Stockholm/München. Im Tauziehen um die Übernahme des Nutzfahrzeugherstellers Scania durch MAN hat der schwedische Großaktionär Investor seine bisherige Blockadehaltung aufgegeben und erste Gespräche mit dem Münchner Kaufinteressenten geführt. Auch mit Volkswagen, als größter Eigner bei Scania und MAN die treibende Kraft hinter den Fusionsplänen, gebe es direkte Kontakte, bestätigte Investor-Sprecher Frederik Lindgren heute in Stockholm. Kurz zuvor teilte Investor die Erhöhung seiner Stimmrechtsanteile an Scania von 19,3 auf 20,01 Prozent mit. Investor wolle mit den Scania-Aktienkäufen zeigen, dass man „weiterhin an das Unternehmen glaubt und die richtige industrielle Zukunft finden will“, sagte Lindgren weiter. Die zur Wallenberg-Gruppe gehörende Finanzgesellschaft hatte sich bisher vehement gegen die MAN-Übernahmeofferte für Scania im Wert von rund zehn Milliarden Euro gewehrt. „Nun müssen wir einfach mal sehen, was dabei herauskommt“, meinte Lindgren über die eingeleiteten Verhandlungen. Er wollte weder über Inhalt, beteiligte Personen noch zeitliche Vorstellungen Angaben machen. „Für uns ist vor allem wichtig, dass der Umstrukturierungsprozess sinnvoll abläuft.“ Der Sprecher antwortete ausweichend auf die Frage zu der Ende nächster Woche ablaufenden Frist für die Aushandlung eines Fusionsplanes, die VW für MAN und Investor gesetzt hatte. VW bleibt auch nach dem Aktienkauf durch Investor weiter unangefochten wichtigster Scania-Aktionär mit 34 Prozent der Stimmrechte. VW hält auch rund 20 Prozent an MAN. VW will eine Nutzfahrzeug-Allianz aus beiden Herstellern unter Einschluss seiner eigenen LKW-Produktion schmieden. Ein MAN-Sprecher wollte sich zu Gesprächen mit Investor nicht äußern. Zur Aufstockung des Stimmrechtsanteils von Investor sagte er lediglich: „Das ändert nichts an unserem Vorhaben mit Scania.“ (dpa/sb)
Scania-Übernahme: Großaktionär lenkt ein
Schwedische Finanzgesellschaft Investor führt Gespräche mit MAN und VW