SBB-Teilprivatisierung in Diskussion

19.05.2008 14:23 Uhr
sbb_cargo290
Steigende Anforderungen an den öffentlichen Verkehr brauchen mehr Geld (Bild: SBB)
© Foto: SBB Cargo

Der Schweizer Verkehrsminister Leuenberger schlägt eine Teilprivatisierung der Staatsbahn vor, um Gelder für Investitionen zu sammeln

Bern. Zur Finanzierung des öffentlichen Verkehrs schlägt der Schweizer Verkehrsminister Moritz Leuenberger einen Börsengang der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) oder eine Beteiligung privater Investoren vor. Die Mehrheit der SBB soll dabei allerdings im Besitze des Bundes bleiben. Das Geld, das aus dem Fonds zur Finanzierung des öffentlichen Verkehrs (FinöV) fließt, reicht gemäß Bundesrat Leuenberger für die künftigen, ständig steigenden Anforderungen des öffentlichen Verkehrs nicht aus. „Für zusätzliche Investitionen braucht es weitere Einnahmequellen“, sagte der Schweizer Verkehrsminister in einem Interview mit der „Sonntagszeitung“. Gedanken über einen teilweisen Börsengang der Bahn als Finanzierungsquelle sollten deshalb nicht verboten sein. Vorbild für diese Überlegungen ist für Leuenberger die Deutsche Bahn (DB). Die SBB selber mache zwar mit Liegenschaften und mit dem Personenverkehr Gewinne. Diese reichten aber bei weitem nicht aus, um die anstehenden Investitionen selber zu finanzieren, so Leuenberger weiter. Die Nachfrage im öffentlichen Verkehr sei so groß, dass der Bund schon jetzt ein nächstes Ausbauprojekt vorbereite. Der Bundesrat hatte im Oktober letzten Jahres beantragt, den FinöV-Fonds um eine Milliarde auf rund 31,5 Milliarden Franken aufzustocken. Ohne diese zusätzlichen Mittel müssten sonst wegen der Mehrkosten beim Gotthard-Basistunnel der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) zu große Abstriche an anderen Vorhaben zum Ausbau der Bahninfrastruktur gemacht werden, lautete die Begründung. (hrk)

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

WEITERLESEN



NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.