BERLIN. Trotz der Flutkatastrophe hält Sachsen-Anhalt an dem umstrittenen Ausbau von Schifffahrtswegen fest. Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre betonte zwar, die Projekte an Elbe und Saale nochmals auf ihre ökologische Verträglichkeit zu überprüfen, schränkte aber ein, er halte einen pauschalen Verzicht nicht für sinnvoll. Bei dem von der Binnenschifffahrt geforderten Ausbau der Elbe gehe es vor allem um die Freihaltung und Vertiefung der Fahrrinne sowie laufende Reparaturen, die auch weiter sinnvoll seien, sagte der CDU-Politiker. Ferner solle ein Teil des Magdeburger Domfelsen um acht Zentimeter abgefräst werden, um die Durchfahrt von zwei entgegenkommenden Schiffen zu ermöglichen. "Niemand will die Elbe zubetonieren oder kanalisieren", betonte der Minister. Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) hatte seine Haltung unter dem Eindruck der Katastrophe revidiert und angekündigt, vorerst werde es an der Elbe nur noch Reparaturen geben, etwa von Buhnen aus DDR-Zeiten. Die geplanten Ausbaumaßnahmen kämen "im Hinblick auf ihre Hochwasserrelevanz auf den Prüfstand". Darüber soll am kommenden Sonntag auf einer "Nationalen Flusskonferenz" diskutiert werden. (vr/jök)
Sachsen-Anhalt und Bund streiten über weiteren Elbeausbau
Geplante Ausbaumaßnahmen stehen auf der "Nationalen Flusskonferenz" zur Diskussion