Moskau. Aus Geldmangel schränkt die russische Regierung ihre Ziele im Infrastrukturbereich ein. Statt weiter mit viel zu hohen Etatansätzen zu operieren, will sich das Transportministerium auf ein Kernprogramm konzentrieren. 2002 werden wegen geringer Finanzmittel nur 13 Prozent der vorgesehenen 30.000 Straßenkilometer instand gesetzt. Für 2003 ist der Neubau fast ganz gestrichen. Ausschließlich schwerste Mängel im Verkehrsnetz werden beseitigt. Die Umgebung von Minister Sergej Frank spricht vom "neuen Realismus". Jahrzehntelang habe man eine dramatische Unterdeckung im Haushalt kaschiert. Nun wäre der Reparaturbedarf bei Straßen und Brücken so groß, dass dafür spätestens 2010 umgerechnet 8,3 Milliarden Euro notwendig sind. Ausgenommen vom Neubaustopp sind der Petersburger Autobahnring und die Straße zwischen Tschita und Chabarowsk, dem fehlenden Teilstück für eine durchgehende Verbindung bis nach Wladiwostok. Mit Hilfe der Europäischen Bank für Entwicklung soll 2004 die legendäre Sibirientrasse fahrbereit sein. (vr/jpd)
Russland steckt bei Verkehrsinfrastruktur zurück
Straßenneubau für 2003 wegen Geldmangel fast vollständig gestrichen