Berlin. Bundesminister Wolfang Tiefensee und sein russischer Amtskollege Igor Lewitin haben am Donnerstag bei den deutsch-russischen Regierungskonsultationen in Tomsk (Sibirien) vereinbart, die Einführung eines Mautsystems in Russland voranzutreiben. Dabei sollen in nächster Zeit konkrete gemeinsame Schritte festgelegt werden, die beispielsweise zu einem Maut-Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Firma Toll Collect führen könnten. Der russische Verkehrsminister habe sich beeindruckt vom Erfolg des deutschen Systems gezeigt, berichtete das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Russland wolle in nächster Zeit Entscheidungen über die Strecke Moskau - St. Petersburg treffen. "Deutschland verfügt bei der Maut im internationalen Vergleich über die innovativste Technik", sagte Tiefensee in Tomsk. Er schlage vor, nun zu prüfen, ob das deutsche Mautsystem unter russischen Bedingungen zum Einsatz kommen könne. Er und Lewitin seien sich einig, dass dies ein vielversprechender Weg für eine Kooperation sein könne. Die beiden Minister einigten sich darauf, zum Maut-Thema nun kurzfristig eine hochrangige Arbeitsgruppe unter der Leitung der Staatssekretäre einzusetzen. Der Warenaustausch Russlands mit der Europäischen Union und insbesondere mit Deutschland hat sich in der vergangenen Zeit deutlich intensiviert. Auf russischer Seite besteht daher ein großes Interesse an einer optimalen Logistik und Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger. (stb)
Russland interessiert an deutschem Mautsystem
Tiefensee zu Gast in Sibirien: Mit russischem Verkehrsminister Schritte für Maut-Pilotprojekt festlegen