Rotterdam bleibt Europas wichtigster Erzumschlaghafen

08.08.2008 14:44 Uhr
Erzumschlag
Das meiste Erz in Rotteram kommt aus Brasilien (Bild: Arndt)
© Foto: Arndt

Im ersten Halbjahr 2008 steigt das Erz-Umschlagaufkommen im Nordseehafen um 13 Prozent auf 21,4 Millionen Tonnen

Rotterdam. Der Rotterdamer Hafen präsentiert sich ungebrochen als Europas führender Erzumschlaghafen. Im ersten Halbjahr stieg das Erz-Umschlagaufkommen um 13 Prozent auf 21,4 Millionen Tonnen. „Wir gehen davon aus, dass sich diese positive Entwicklung auch im zweiten Halbjahr fortsetzt“, stellte Hans Smits, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam (HbR), gegenüber der VerkehrsRundschau in Aussicht. Die europäische Stahlindustrie beurteile ihre Chancen auch weiterhin sehr zuversichtlich. Im ersten Halbjahr erzeugten die europäischen Stahlkocher rund 108,4 Millionen Tonnen Stahl und damit fast soviel wie in den ersten sechs Monaten des Vorjahres (108,5 Millionen Tonnen). Der mit Abstand wichtigste Erz-Lieferant nach Rotterdam ist und bleibt Brasilien. Der Rohstoff wird dabei bei den beiden Massengutumschlagunternehmen EMO oder EECV gelöscht. Letztgenannter Betrieb hat dabei als einzigen Kunden den deutschen Stahlkonzern Thyssen Krupp Steel (TKS). Der Weitertransport zur den TKS eigenen Hochöfen in Duisburg erfolgt mit großen Schubschiff-Verbänden. Von Rotterdam aus werden darüber hinaus alle namhaften Stahlerzeuger beliefert, von Voest Alpine in Österreich bis hin zu den Stahlwerken Bremen, die inzwischen zum Arcelor-Mittal-Konzern gehören. Das Stahlwerk an der Weser wird mittels Küstenmotorschiff von Rotterdam aus beliefert. Neben dem Binnenschiff und Küstenmotorschiff spielt bei der Hinterland-Versorgung auch die Bahn eine wachsende Rolle. Trotz der höheren Trassenentgelte entscheiden sich immer mehr Stahlhersteller für den Transport über die im Sommer 2007 in Betrieb genommene Betuwe-Güterbahn. Unterm Strich ist dieser Weg vorteilhafter, weil damit eine deutliche Zeitersparnis verbunden ist. Neben dem reinen Erz- Import werden in Rotterdam auch immer mehr Stahl-Halbfertigprodukte angeliefert. TKS will beispielsweise vom Jahr 2009 an in Brasilien das Erz bereits in dem lateinamerikanischen Land einschmelzen und lediglich noch die großen, tonnenschweren Brammen nach Europa transportieren. Dort werden die schweren Stahlplatten dann weiterverarbeitet. Der Rotterdamer Hafen stellt sich auf diesen Trend mit dem Bau von neuen Stahllagern ein. Erfolgreich ist der Hafen Rotterdam auch beim Export von Stahl- und Eisenschrott. Im ersten Halbjahr wurden gut 900.000 Tonnen Schrott verladen (2007: 700.000 Tonnen). Vor allem die türkische Stahlindustrie bezog große Mengen Schrott. (eha)

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