BRÜSSEL. Italiens Premier Silvio Berlusconi hat die EU-Kommission in einem Schreiben aufgefordert, „sofort Verhandlungen zu beginnen, die strukturell und allgemein die Frage der Alpenpässe betreffen“. Italien, das seinen Warentransport durch die Schließung des Montblanc-Tunnels nach Frankreich und der Gotthard-Röhre in die Schweiz gefährdet sah, hatte wiederholt Alternativen verlangt. Jetzt fühlt sich die Berlusconi-Regierung durch das Ausbleiben einer „konkreten und koordinierten Antwort“ bestraft. Der Sprecher von EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio, Gilles Gantelet, erklärte, dass die EU-Kommission die Sorgen teile, für deren Behebung aber nicht zuständig sei. Von Frankreich und Italien erwarte man „politische und finanzielle Entscheidungen“, um die Arbeiten am Bahntunnel der Trasse Lyon-Turin aufzunehmen. Dieses Transeuropa-Projekt sei eine Alternative für den besseren Alpentransit. Gantelet verwies zudem auf die „Plattform zur Bewältigung des alpenquerenden Verkehrs“ vom November vorigen Jahres. Darauf hatten sich fünf Wochen nach der Gotthard-Katastrophe in Zürich Vertreter der Schweiz, Deutschlands, Österreichs, Frankreichs und Italiens sowie Kommissarin de Palacio geeinigt. (vr/dw)
Rom kritisiert Erschwerungen im Alpentransit
Italiens Güterverkehr leidet unter Tunnelengpässen und vermisst Transportalternativen