Paris. Im bisher vom eher reformfeindlichen Flügel dominierten Gewerkschaftsgefüge bei der französischen Staatsbahn SNCF zeichnet sich ein Wandel zugunsten der gemäßigteren Organisationen ab. Dies ist das Ergebnis der neuen Gesetzgebung, die vorschreibt, dass Gewerkschaftsvertreter bei den Betriebsratswahlen mindestens zehn Prozent der Stimmen erreichen müssen, um als repräsentativ anerkannt werden zu können. Vier Gewerkschaften liegen zurzeit darunter : FGAAC, FO, CGC und CFTC. Die Erstere vertritt die Interessen der Lokführer und kam zuletzt auf drei Prozent. Sie will sich jetzt der ebenfalls gemäßigten Gewerkschaft CFDT anschließen. Beide Seiten erhoffenn sich davon eine starke, aber reformwillige Verhandlungsposition gegenüber SNCF und setzen sich deutlich ab gegen jene Gewerkschaften, die sie als „immobil und extremistisch“ bezeichnen. Diese stemmten sich gegen jede Weiterentwicklung „einer Welt, die sich bewegt“. Bei den nächsten Wahlen im März 2009 könnte das neue reformbereite Gespann auf 14 bis 15 Prozent aller Eisenbahnerstimmen kommen. (jb)
Reformfreundlichere Gewerkschaftstendenz bei SNCF
Triebfeder ist die neue Gesetzgebung bezüglich der Repräsentativität