Bremen. Die Bremer Reederei Beluga Shipping will bei der Piratenabwehr künftig auch chemische Reizstoffe und messerscharfen Nato-Draht einsetzen. Mit sogenannten Schallkanonen werde die Flotte entgegen früheren Plänen jedoch nicht ausgerüstet, sagte Reedereichef Niels Stolberg der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Wir werden künftig dem Wasser aus Hochdruckschläuchen auf den Schiffen je nach Situation chemische Reizstoffe beimengen, um Piraten eine Kaperung zu erschweren. Dabei übernehmen wir Techniken und Erfahrungen der Polizei beim Einsatz von Wasserwerfern. Gürtel aus Nato-Draht rings um das Oberdeck werden die Schiffe in gefährdeten Seegebieten außerdem schützen“, kündigte der Bremer Reeder an. Stolberg kritisierte das Konzept der internationalen Piratenabwehr in den somalischen Küstengewässern. „Es ist zwar teilweise erfolgreich, aber es ist nicht zu Ende gedacht.“ Die Überwachung der betroffenen Seegebiete müsse beispielsweise mit unbemannten Drohnen ausgebaut werden. Es müssten mehr Marineeinheiten entsendet, die Mutterschiffe der Seeräuber aus dem Verkehr gezogen und die Piraten konsequent festgenommen und vor Gericht gestellt werden. „Um allerdings dauerhaft Erfolg zu haben, muss die Bekämpfung von Piraten auf See mit dem Einsatz von Blauhelmsoldaten an Land und mit zivilen Hilfsprogrammen ergänzt werden. Dazu gehören Investitionen für den Aufbau einer somalischen Fischereiflotte und die Fischereischutzzonen für das bitterarme und zerrüttete Land“, sagte Stolberg. Das könnte den Piraten die Unterstützung und Duldung im sozialen Umfeld entziehen. Die Bremer Reederei war im August vergangenen Jahres selbst von einer Kaperung vor Somalia betroffen. Die „BBC Trinidad“ wurde wochenlang festgehalten und erst nach Zahlung eines Lösegeldes wieder freigegeben. (dpa)
Reederei Beluga will Piraten mit Chemie bekämpfen
Bremer Reeder will Piratenangriffe künftig mit chemischen Reizstoffen abwehren