London. Sogenannte Phantom-Buchungen sind laut dem britischen Branchendienst Drewry Maritime Research ein zunehmendes Problem für die Reedereien – insbesondere während der Hochsaison. Zu den Folgen der Überbuchungen gehören Verzögerungen beim intermodalen Transport. Spediteure, die einen boomenden Markt erwarten, reservieren mehr Frachtraum als Puffer, um auch Neukunden ohne Zeitversatz versorgen zu können. Kurze Annahmezeiten sind ein wichtiger Teil der Verkaufsstrategie geworden. Für diese Lastminute-Fracht muss schon längerfristig Frachtraum bereitgestellt werden, der dann leer bleibt, falls doch nicht gebucht wird. So kommt es zu vielen Stornierungen. Bemerkenswerte 29 Prozent der Fracht, die im ersten Quartal 2013 gebucht wurde, wurde nicht fristgerecht geliefert. Dies bezieht auch Schiffe mit ein, die nicht rechtzeitig zur Beladung ankamen. Maersk erhielt 2700 Phantombuchungen (12000 FEU) auf allen Handelslinien in den ersten 22 Wochen des Jahres. Früher war die Phantombuchungen hauptsächlich ein asiatisches Problem, mittlerweile weitet es sich aber global aus. Laut Drewry tun sich die Reedereien schwer, Stornierungsgebühren bei Versendern einzutreiben, da sie zu sehr auf die Höhe der Frachtraten fokussieren, statt auf wertschöpfende Dienste. Wiederholungstäter landen aber zunehmend auf schwarzen Listen der Reeder. (rup)
Reeder leiden unter „Phantom-Buchungen“
Trotz Vertragsstrafen buchen Spediteure mehr Frachtraum als nötig – das verzögert die Lieferketten.
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