Reeder fordern bessere Überwachung gegen Piraten

06.08.2009 16:36 Uhr
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Diskussion um Lösegeldzahlungen an Piraten geht weiter / VDR fordert stärkere Überwachung

Berlin/Hamburg. Nach der Freilassung des Containerschiffs „Hansa Stavanger“ geht die Diskussion über Lösegeldzahlungen an Piraten weiter. Der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Thomas Kossendey (CDU), sagte am Donnerstag NDR Info: „Wenn ich abwäge, ob ich lieber Lösegeld zahle oder das Leben von Geiseln aufs Spiel setze - dann ist für mich die Lösegeldzahlung in diesem Fall die bessere Alternative.“ Die Eroberung des Schiffes wäre „ein risikoreiches Unternehmen“ gewesen. Die „Hansa Stavanger“ war am Montag aus viermonatiger Geiselhaft freigekommen, nachdem die Piraten eigenen Angaben zufolge von der Reederei eine Summe von umgerechnet 2,1 Millionen Euro erhalten hatten. Der Frachter mit 24 Crew-Mitgliedern wird den kenianischen Hafen Mombasa nach Angaben der Reederei an diesem Freitag erreichen. Was nach der Ankunft mit dem Schiff und der Besatzung passiere, hänge von den Wünschen der Crew sowie der ermittelnden Behörden aus Deutschland und Kenia ab, sagte ein Sprecher der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg. Der Reeder Frank Leonhardt wies Vorwürfe zurück, er habe nicht ausreichend Kontakt zu den Angehörigen der Mannschaft des entführten Schiffes gesucht. „Er hat mit den dazu bereiten Angehörigen aller deutschen Seeleute persönliche Gespräche in seinem Büro geführt und auch telefonischen Kontakt gehabt“, heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Insbesondere habe Leonhardt mit der Ehefrau des Kapitäns persönlich gesprochen und telefoniert. VDR fordert stärkere Überwachung Der Verband deutscher Reeder (VDR) sprach sich in der „Berliner Zeitung“ (Donnerstag) für eine stärkere Überwachung des Seeraumes vor Somalia aus. „Der VDR begrüßt es, wenn auch für den Nord-Süd-Verkehr vor der Ostküste Somalias ein militärisch geschützter Korridor eingerichtet wird, um Schiffe auf dieser Route ebenfalls vor Piraten zu schützen“, sagte Verbandssprecher Max Johns. Bislang gibt es einen solchen Korridor nur auf der Ost-West-Route durch den Golf von Aden. Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, sprach sich ebenfalls für eine starke Überwachung des Seeraumes vor Somalia aus. Geiselbefreiungen seien außerordentlich schwierige und gefährliche Operationen. „Es ist sinnvoller, Entführungen zu verhindern“, sagte er der Zeitung. (dpa)

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