Private Bahnnetze sollen Containerverkehr aufnehmen

17.03.2009 11:10 Uhr
Containerzug

In Norddeutschland soll mehr Containerverkehr auf private Strecken ausgelagert werden. Niedersachsen und die Deutsche Bahn investieren Millionen.

Hamburg/Bremen. Michail Stahlhut steht etwas verloren auf einem einsamen Bahndamm irgendwo im Nirgendwo zwischen Winsen (Luhe) und Soltau. "Hier könnten jeden Tag 20 Containerzüge fahren", sagt der schlaksige Manager und beschreibt mit dem Arm einen vagen Halbkreis über Felder und Viehweiden. Stahlhuts Firma gehört das Gleis auf dem Bahndamm. Er ist Vorstand der Osthannoverschen Eisenbahnen AG (OHE) in Celle und damit Herr über 294 Gleiskilometer im nordöstlichen Niedersachsen, das zweitgrößte deutsche Schienennetz in privater Hand. Zu seinem Bedauern fahren darauf nur wenige Züge. Doch das soll sich in den nächsten Jahren ändern. Einige Kilometer nordwestlich, im Hamburger Hafen, stößt der Schienenverkehr sichtbar an seine Grenzen. Zwar wird 2009 kein gutes Jahr für den Containerumschlag im Hafen; die Exporte brechen ein. Weniger Maschinen werden in die bunten Kisten verladen und in alle Welt verschifft, weniger Hosen, Spielsachen und Videorekorder aus Asien angeliefert. Doch selbst wenn der Containerumschlag des Hafens um zehn Prozent zurückgehen sollte, wäre das immer noch das Niveau des Jahres 2006 - damals ein Boomjahr. Alle Experten erwarten, dass der Containerumschlag nach einer Delle wieder auf den alten Wachstumspfad zurückfindet. "Es ist nicht denkbar, dass wir wieder selbst Kleidung herstellen, statt sie aus China einzuführen", sagt der auf Transportwirtschaft spezialisierte Hamburger Unternehmensberater Thomas Rössler. Auch Rohstoffe wie Kohle bleiben billiger, wenn sie aus Südafrika importiert werden. Deshalb werde der Güterumschlag im Hafen wieder steigen. Prognose: Über drei Millionen Standardcontainer ab 2015 Heute werden rund 1,9 Millionen Standardcontainer (TEU) aus dem Hamburger Hafen auf der Schiene transportiert. In einigen Jahren, 2015 oder vielleicht auch erst 2018, werden es aller Voraussicht nach mehr als drei Millionen TEU sein. "Das wird nicht aufgehen; wir brauchen mehr Kapazitäten", warnt Rössler.

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