Post in Österreich setzt auf B2C-Geschäft

19.09.2014 14:40 Uhr
Österreichische Post
Die Österreichische Post will in das Thema Lebensmittellogistik einsteigen
© Foto: Österreichische Post

Ab 2015 plant das Unternehmen in ganz Österreich einen Einstieg in die Lebensmittellogistik.

Wien. Österreichs Post will ihr Service-Angebot im B2C-Geschäft massiv ausweiten und steigt im Herbst dieses Jahres in Oberösterreich und ab 2015 in ganz Österreich in die Lebensmittellogistik ein. In einer von der Post in Auftrag gegebenen Studie über den österreichischen B2C-Markt wird detailreich analysiert, wie sich der Markt derzeit präsentiert, wo weitere Expansionschancen bestehen, aber auch nicht unbeträchtliche Risiken lauern. Der Online-Handel in Österreich hat ein aktuelles Umsatzvolumen von 6,9 Milliarden Euro, davon profitiert die Post, weil das B2C-Volumen kontinuierlich steigt und derzeit bei 42 Millionen Paketen pro Jahr liegt. Den Kunden den Empfang der im Internet bestellten Waren so einfach und komfortabel wie möglich zu machen, hat für Peter Umundum Logisitik-Vorstand der Post oberste Priorität. Retouren sind in der B2C-Schiene eine große Herausforderung.

Wie aus der von Kreutzer-Fischer & Partner erstellten Studie hervorgeht wird 80 Prozent der im Internet bestellten Bekleidung wieder zurückgeschickt. Der Grund dafür liegt darin, dass die Versandhändler die Gebühr für die Retouren übernehmen. Müssten die B2C-Kunden eine Gebühr für die Retoursendung entrichten, würde sich das Bestellverhalten schlagartig ändern und es würden laut Studie 56 Prozent der in der Studie befragten Konsumenten weniger im Internet bestellen und wieder mehr im Einzelhandelsgeschäft um die Ecke einkaufen gehen. Würden die Versandhändler im Bekleidungsgeschäft die Empfänger für die Retouren zu Kasse bitten würde der Online-Handel in diesem Segment schlagartig einbrechen, so die Conclusio der Studie.

Neuland betritt die Post in der Lebensmittellogistik, wobei es hier mit dem österreichischen Lebensmittelhändler Pfeiffer eine Kooperation gibt. Mit einer speziellen Lebensmittelbox, einer passiv gekühlten Isolierbox, wird eine Kühlkette von Pfeiffer bis zur Haustür des Empfängers sichergestellt. Die online bei Pfeiffer bestellten Waren werden in Unimärkten (stationäre Filialen von Pfeiffer) kommissioniert und von dort in das Post-Logistikzentrum nach Allhaming gebracht, wo die Boxen dann auf die einzelnen Zustellbasen verteilt und vom Postboten zum Empfänger gebracht werden. Die Lebensmittelbox ist ein Mehrwegbehältnis, lässt sich reinigen, entspricht allen Hygiene-Standards und ist voll in die Post-Logistik-Prozesse integrierbar. (mf)

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