Piratenangriff vor Somalia eskaliert

09.04.2009 09:53 Uhr
Marine
©Foto: ddp

Besatzung der „Maersk Alabama“ vertreibt Angreifer – Piraten nehmen Kapitän als Geisel

Washington. Stunden nach der Entführung ihres Schiffes vor der Küste Somalias hat die US-Crew der „Maersk Alabama“ wieder die Kontrolle über ihren Frachter übernommen. Das bestätigte die dänische Reederei. Allerdings gelang es den Piraten, Kapitän Richard Phillips in ihre Gewalt bringen und in ein Beiboot zu verschleppen. Es liefen Verhandlungen über die Freilassung des Schiffsführers, der auf einem Rettungsboot festgehalten werde, sagte der Zweite Maat, Ken Quinn, dem US-Fernsehsender CNN am Telefon. Nach der Geiselnahme des US-amerikanischen Kapitäns ist ein US-Kriegsschiff der Crew der „Maersk Alabama“ zu Hilfe geeilt. Der Zerstörer „USS Bainbridge“ sei in der Nacht zum Donnerstag am Ort des Geschehens eingetroffen, um die Besatzung zu unterstützen, meldete der Fernsehsender CNN unter Berufung auf die US-Marine. Die vier Seeräuber verlangten Lösegeld für den Schiffsführer, sagte der Zweite Maat Ken Quinn. „Wir bieten ihnen an, was wir können. Aber es läuft nicht so gut.“ Die Besatzung stehe mit dem Kapitän und den Seeräubern per Funk in Verbindung. Die Entführung des 155 Meter langen Containerschiffes war der sechste Überfall von Piraten innerhalb einer Woche vor der somalischen Küste - ungeachtet aller Sicherheitsvorkehrungen und Patrouillen internationaler Marineeinheiten. Der Vorfall habe sich 400 Meilen vor der Küste der somalischen Hauptstadt Mogadischu ereignet. Ein Sprecher der 5. Flotte der US-Marine in Bahrain sagte, das Schiff sei um 07.30 Uhr angegriffen worden. Die Piraten hätten es nach dem Überfall an die Küste von Eyl in Somalia manövriert. Eyl gilt als Hochburg der Piraten, wo mehrere gekaperte Schiffe ankern. Die „Maersk Alabama“ gehört zur Reederei Maersk. Nach Reederei-Angaben hatte der Frachter 400 Container mit Nahrungsmitteln an Bord, unter anderem für das UN-Welternährungsprogramm WFP. Das Schiff war im Liniendienst auf dem Weg in den kenianischen Hafen Mombasa. (dpa)

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