Paris. Die französische Regierung hat beim Thema LKW-Maut einen deutlichen Meinungsumschwung vollzogen. Nachdem die Transportverbände die Einführung einer entfernungsabhängigen Autobahnbenutzungsgebühr einmütig ablehnten, hat Verkehrsminister Gilles de Robien sein früheres Eintreten für dieses Vorhaben stark abgeschwächt und erklärt, konkret habe es solche Pläne nie gegeben. Nach "Les Echos" sprach er kürzlich nur noch von einer Beobachterposition gegenüber der Entwicklungen in anderen europäischen Ländern. Er verfolge sie lediglich im Hinblick darauf, ob sie eventuell auf Frankreich übertragbar seien, und zwar ohne Wettbewerbseinbußen für das heimische Transportgewerbe. Doch selbst, wenn dies der Fall sei, würden die Einnahmen aus der Pauschale "viel bescheidener", die Installationskosten dagegen "bedeutender" ausfallen, und alles letztlich für einen Finanzbeitrag von relativ geringem Interesse. Für den Deputierten und Transportexperten der Regierungspartei UMP, Hervé Mariton, hat das Projekt dagegen nichts an Aktualität verloren und bleibt die Debatte darüber "offen". Vorzuziehen sei wohl jetzt das österreichische System, meinte er mit Blick auf das deutsche Chaos. (vr/jb)
Pariser Verkehrsminister spielt eigenes Maut-Vorhaben herunter
Meinungswandel nach negativem Urteil durch die Transportverbände