Paris. In einem Fernsehinterview mit mehreren Journalisten hat der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy für das nächste Jahr die Abschaffung der Gewerbesteuer angekündigt. Die dadurch bedingten Steuerausfälle bezifferte Sarkozy auf acht Milliarden Euro. Mit dieser Maßnahme wolle er insbesondere die heimische Autoindustrie dazu bewegen, ihre in EU-Länder mit niedrigeren Löhnen ausgelagerte Produktion wieder nach Frankreich zurückzuholen, sagte Sarkozy. Im Gegenzug erwarte er von der Industrie eine gerechtere Gewinnverteilungspraxis und den Verzicht auf weitere Delokalisierungen. Eine schrittweise Absenkung oder völlige Abschaffung der Gewerbesteuer ist seit Jahren eine der Hauptforderungen der französischen Transportverbände, in vorderster Linie der FNTR. Sie sehen in ihr „ein schweres Handicap für den Straßengütertransport", ihr Gewicht sei hier „empfindlich höher" als in den meisten anderen Wirtschaftsbereichen. Für einen Aufliegeranhänger habe die Steuer vor sieben Jahren bei 2380 Euro pro Jahr respektive zwei Prozent des Umsatzes gelegen, erklärte FNTR. Die Gewerbesteuer ist für Kommunen, Gemeinden und Regionen die Haupteinnahmequelle. Der Staat werde mit ihr nicht acht, sondern insgesamt 28 Milliarden Euro verlieren, hieß es am Morgen nach der Präsidentenankündigung von deren Seite. Nicolas Sarkozy hatte vage angedeutet, der Ausfall könne durch eine bislang auf Eis gelegte „Carbon"-Steuer aufgefangen werden. (jb)
Paris will 2010 Gewerbesteuer abschaffen
Staatspräsident Sarkozy entspricht damit einer Forderung der führenden Transportverbände