London: Die Eröffnung des erweiterten Panamakanals in 2015 könnte den Niedergang von Containerschiffen mit einer Kapazität von 4000 bis 5000 TEU einläuten, glaubt der Branchendienst Drewry Maritime Research. Dieser Schiffstyp deckt derzeit 16 Prozent der weltweiten Kapazität im Containerverkehr ab. Die neue Panamax-Größe liegt künftig bei 13.000 TEU.
Ein großer Teil der kleineren Schiffe zwischen 4000 und 5000 TEU könnte dann recycelt werden, mutmaßen die Experten von Drewry, nicht zuletzt um bestehende Überkapazität damit auflösen. Neunzehn Schiffe zwischen 4000 und 5000 TEU wurden bereits im ersten Quartal verschrottet. Im gesamten Jahr 2013 waren es nur sieben und 2012 sogar nur eines. Insgesamt waren Mitte April immer noch 34 Schiffe zwischen 4000 und 4999 TEU stillgelegt. Zu Beginn des Jahres waren es noch 40.
Kaskadierung sorgt für Überkapazitäten
Die anhaltende Kaskadierung von überschüssigen Panamax-Schiffen in die Nord-Süd-Handelslinien trägt dort immer noch zum Überkapazitätsproblem bei. Dies wird sich mit dem Betriebsbeginn der neuen Schleusentore sehr wahrscheinlich verschlimmern. Durch den Überschuss an Schiffen in dieser Größenklasse liegen zudem die Chartertarife niedrig.
Momentan nutzen 150 Containerschiffe zwischen 4000 und 5000 TEU den Kanal zwischen Asien und der Ostküste der USA. Weitere 58 Schiffe dieser Größenordnung sind auf den Handelslinien zwischen Europa und der Westküste von Südamerika und der Ostküste der USA zur Westküste Südamerikas eingesetzt. Zusätzlich sind 377 Containerschiffe zwischen 4000 und 4900 TEU auf Routen eingesetzt, die nicht durch den Panamakanal führen oder sie sind stillgelegt.
Auch kleine Verschiebungen hätten Folgen
Insgesamt 258 Containerschiffe nutzen momentan den Kanal. Eine Verlegung selbst eines kleinen Anteils würde laut Drewry einen Schock für das System bedeuten. Ein anderer Knackpunkt ist, dass das durchschnittliche Alter der 4000 bis 5 000 TEU-Containerschiffe bei 8,5 Jahren liegt und 73 Prozent sogar weniger als elf Jahre alt sind. Diese Schiffe werden in den nächsten 15 bis 20 Jahren an Wert verlieren und der Restbuchwert wird verschwindend gering sein. Das werden viele Teilhaber/Aktionäre nicht akzeptieren können. (rup)