Paketdienst Hermes will ins Briefgeschäft einsteigen

28.08.2007 16:01 Uhr
Hermes172
Neben Paketen will Hermes auch Briefe verteilen
© Foto: Hermes Logistik Gruppe

Die Hamburger Hermes Logistik Gruppe will laut einem Zeitungsbericht mit dem Fall des Postmonopols 2008 massiv ins Briefgeschäft einsteigen. „Ab Januar können Privatleute in allen bundesweit 13.500 Hermes-Paketshops auch Briefe abgeben“, sagte der Hermes-Geschäftsführer Hanjo Schneider dem „Hamburger Abendblatt“.

Hamburg. Einige Shops wollen zudem Briefkästen aufstellen. Die Post betreibt laut dem Bericht bundesweit rund 12.000 Filialen. Die Hermes-Gruppe, die zum Hamburger Otto-Konzern gehört, betreibt ihr Briefgeschäft gemeinsam mit der niederländischen TNT. „Das Porto wird zwischen 15 und 20 Prozent unter den heutigen Posttarifen liegen. Die Laufzeit der Briefe beträgt zwei Tage“, sagte Schneider. Der Hermes-Chef will zudem gegen die Mehrwertsteuerbefreiung der Deutschen Post gerichtlich vorgehen. „Sollte das Bundesfinanzministerium das Steuerprivileg der Post über das Jahr 2007 hinaus verlängern, werden wir eine Schadenersatzklage prüfen“, kündigte Schneider an. Die Deutsche Post zahle – im Gegensatz zu den übrigen Postdienstleistern – keine Mehrwertsteuer. „Diese Steuerbefreiung verstößt eindeutig gegen europäisches Recht und benachteiligt alle übrigen Wettbewerber. Wir erwarten, dass die Regierung die Gesetze so umsetzt, dass sie im Einklang mit dem EU- Wettbewerbsrecht stehen“, kritisierte Schneider. Dem deutschen Staat gingen dadurch zudem jährlich 400 bis 500 Millionen Euro an Steuereinnahmen verloren.

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