Im Juni glaubte man noch an Einzelfälle, als anlässlich der letzten Brenner-Blockade illegal beschäftigte Ausländer hinter dem Lenkrad österreichischer Lkw angetroffen wurden. Gezielte Kontrollen in Tirol ergaben mittlerweile aber ein anders Bild. Immerhin 17 von 25 Transportunternehmen konnte eine ungesetzliche Ausländerbeschäftigung nachgewiesen werden. Überwiegend handelt es sich bei den betroffenen Lenkern um litauische Staatsbürger, die von einer Luxemburger Briefkastenfirma vermittelt wurden. Die Fahrer erhielten als Lohn zehn bis 15 Pfennig je Kilometer. Das ersparte den Transportunternehmen rund 90 Prozent der sonst üblichen Personalkosten. Auf die Arbeitgeber warten Strafen bis 35.000 Mark und die Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen. Polizei und Zollbehörden wollen jetzt grenzüberschreitend zusammenarbeiten, um ähnliche Fälle in Zukunft zu verhindern.
Österreich: Schwarze Schafe hinter dem Lenkrad
Bei 17 von 25 kontrollierten Transportunternehmen wurden Ausländer illegal beschäftigt