Paris. Man arbeite europaweit mit Subunternehmern und nicht mit illegal beschäftigten Leih-Fahrern. Dies stellte Hervé Montjotin gegenüber dem Fachmagazin L’Officiel des Transporteurs klar. Der bei der internationalen Spedition Norbert Dentressangle für den Bereich Transport zustänige Generaldirektor trat damit Verdächtigungen entgegen, die der Staatsanwalt in Valence gegen das Unternehmen heg und deshalb kürzlich an vier Standorten der Gruppe Hausdurchsuchungen angeordnet hat. Von den 10.000 entlohnten Fahrern bei Dentressangle seien 9000 in Westeuropa und 1000 in Polen und Rumänien stationiert, erklärte Montjotin und wies den Vorwurf als „vollkommen absurd“ zurück, ein „Low-cost“-Transporteur zu sein. Man betreibe den internationalen Straßengütertransport lediglich auf einem Kostenniveau, das nötig sei, um sich im Markt halten zu können. Die Tarife seien seit 2005 um rund 25 Prozent gefallen. Wenn die Gruppe ihre Marktposition behaupten wolle, sei sie gezwungen, die Produktionskosten zu senken.
Die Fahrer aus Polen und Rumänien, die mit bei ihnen daheim immatrikulierten Fahrzeugen arbeiten, verdienen zweieinhalb- bis dreimal weniger als ihre Kollegen im Westen, gab Montjotin zu. Damit liege die Gruppe aber noch im oberen Bereich dessen, was im Osten gezahlt werde. Im Übrigen seien die von Dentressangle eingesetzten LKW (zu 90 Prozent Euro 4 bis 5) im Schnitt zwei- bis zweieinhalb Jahre alt. Könne man da von „Sozialdumping“ reden? Kein einziges französisches kleineres oder mittelgrosses Transportunternehmen könne es sich leisten, dort mit französischen Fahrern zu arbeiten.
Den Vorwurf, auch in Westeuropa ausländische Billigfahrer einzusetzen, wies Montjotin entschieden zurück. Man befolge strikt die geltenden Kabotage-Bestimmungen und verhalte sich sowohl markt- als auch gesetzeskonform. Norbert Dentressangle agiere “auf dem Markt”, sei für die Entwicklung in Sachen Liberalisierunhg nicht verantwortlich und ein ”repräsentativer integrierter europäischer” Player im Transportgeschäft. (jb)