Zoetermeer. Die Einschränkungen bei der Ver- und Entsorgung von Innenstädten, etwa durch starre Lieferzeiten oder Gewichtsbeschränkungen für Nutzfahrzeuge, belasten den Handel sowie die Transport- und Logistikwirtschaft in den Niederlanden jährlich mit rund 425 Millionen Euro an Zusatzkosten. Darauf weist der niederländische Verlader- und Logistik-Verband EVO sowie der Güterkraftverkehrs-Verband TLN hin. Ermittelt hat diesen Betrag die niederländische Institut TNO. Allein die Reduzierung des zulässigen Gesamtgewichts für Lieferfahrzeuge und LKW in Innenstädten führe dazu, dass die Unternehmen wesentlich mehr Fahrzeuge einsetzen müssen, als eigentlich notwendig. Dass damit Klimaschutzziele der Städte und Gemeinden unterlaufen würden, sei unvermeidbar. Nach Überzeugung der beiden in Zoetermeer bei Den Haag ansässigen Logistik-Organisationen ließen sich ein Großteil dieser Mehrkosten vermeiden, wenn die Städte und Gemeinden bei der übergeordneten Bauleit- und konkreten Bauplanung von vornherein dem Thema „Gut funktionierender Wirtschaftsverkehr“ Rechnung trügen. Konkret: Bei der Städteplanung sollten beispielsweise im Idealfall Straßenverläufe so geplant werden, dass sie nur für den Wirtschaftsverkehr optimal nutzbar sind und damit zum Beispiel Fußgängerzonen erst gar nicht tangieren. Gefordert sei daher eine enge Zusammenarbeit zwischen den Städteplanern, Investoren und den an einem gut funktionierenden Wirtschaftsverkehr Interessierten. Solide planerische Vorarbeit trage entscheidend dazu bei, Konfliktpotenzial gar nicht erst entstehen zu lassen, dass sich aus dem Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten ergibt. (eha)
Niederlande: Verbände wollen Ver- und Entsorgungsverkehr entlasten
Kritik an Politik: Innerstädtischer Wirtschaftsverkehr wird künstlich mit hohen Zusatzkosten belastet