Niederlande planen Aktionsplan gegen Piraterie

15.07.2008 17:39 Uhr
Niederlande entwickeln einen "Aktionsplan Piraterie" (Bild: pixelio.de)

Staat will besseren Schutz für niederländische Reeder / Unternehmen müssen jedoch alles dafür tun, das Risiko so gering wie möglich zu halten

Den Haag. Niederländische Reedereien, deren Schiffe durch Piraterie bedroht oder gar in Mitleidenschaft gezogen worden sind, sollen künftig schneller und kompetenter unterstützt werden. Das strebt die niederländische Regierung an. Auf Initiative des Verkehrsministeriums in Den Haag berieten jetzt Spitzenvertreter der wichtigen, mit Fragen der nationalen Sicherheit befassten Ministerien über einen „Aktionsplan Piraterie“. Im Kern geht es darum, dass für von Piraterie betroffene Reeder künftig ein zentraler A Anlaufpunkt eingerichtet wird. Dafür ist das nationale Küstenwachzentrum vorgesehen. Um das Piraterie-Risiko zu begrenzen, sei zunächst der Reeder selbst gefordert, lautet die Position Den Haags. Er müsse alles dafür tun, dass Besatzung und Schiff gegen einen Akt der Piraterie geschützt sind. Was unter anderem bedeutet, dass er in von Piraterie gefährdeten Regionen eine umfassende Risikoanalyse zu erstellen habe. Dazu gehört unter anderem, dass er die Reiseroute genau überprüft. Auch müsse er sehr genau abschätzen, ob er den Transportauftrag überhaupt annimmt. Der Piraterie-Schutz des niederländischen Staates komme zudem nur dann zum Tragen, wenn das Schiff unter niederländischer Flagge fährt. Das Handlungsspektrum reiche von der Begleitung durch ein Marineschiff, eines Helikopters oder eines Flugzeuges. Zudem könne Den Haag im Bedarfsfall auch andere Staaten um Hilfeleistung ersuchen. Am 19.Mai diesen Jahres wurde der Frachter „Amiya Scan“ der niederländischen Reederei Reider Shipping aus Winschoten (bei Groningen) im Golf von Aden durch aus Somalia stammende Piraten überfallen und festgehalten. Der Frachter war auf dem Weg vom kenianischen Hafen Mombasa nach Constanza im Schwarzen Meer. Das unter panamesischer Flagge fahrende Schiff und die Besatzung kamen Ende Juni nach einer Lösegeldzahlung von rund 1,25 Millionen US-Dollar wieder frei. (eha)

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