Berlin. Die Fernstraßenplanung von Bund und Ländern muss nach Ansicht der Umweltorganisation BUND dringend reformiert werden. Durch den Verzicht auf unsinnige Straßen und die Realisierung ökologischer Alternativen könnten Milliarden Euro eingespart werden, heißt es in dem am Montag vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vorgelegten "Schwarzbuch zum Fernstraßenbau". Die Vorsitzende Angelika Zahrnt verlangte eine integrierte Planung. "Sinnlose Bundesstraßen müssen aus der Planung verschwinden", verlangte Zahrnt mit Blick auf das kommende Fernstraßenausbaugesetz. "Es darf nicht so sein, wie bei den letzten Beschlussfassungen, wo die Abgeordneten über einen Berg von Vorlagen abstimmten, die sie nicht gelesen hatten und in denen sich jede Menge Kuckuckseier verbargen." Trotz Mautdesaster, überschuldeter Haushalte und einer zunehmend desolaten Verkehrsinfrastruktur plane die Bundesregierung, bis 2015 etwa 32 Milliarden Euro für den Straßenneu- und Ausbau auszugeben. Umweltfreundliche Verkehrsträger wie die Bahn gerieten ins Abseits. Zahrnt forderte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) auf, endlich ein Konzept vorzulegen, wie die Umwelt-, Klima- und Lärmprobleme des Straßenverkehrs gelöst werden könnten. (vr/ak)
Naturschützer kritisieren Fernstraßenplanung
BUND: Durch den Verzicht auf unsinnige Straßen könnten Milliarden Euro eingespart werden