Berlin. Die Mineralölbranche wehrt sich gegen Vorwürfe, sie schlage vorschnell Strafzahlungen für zu wenig verkauften Biosprit E10 auf die Benzinpreise auf. In täglicher Kenntnis der abgesetzten Mengen an E10 und des Super Benzins mit fünf Prozent Ethanol (E5) wisse man ganz genau, um wie viel die Quote verfehlt werde, sagte der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV), Klaus Picard, der „Deutschen Presseagentur". Es sei daher falsch, dass die Branche erst im nächsten Jahr wisse, ob sie die Biokraftstoffquote von 6,25 Prozent gemessen am Gesamtabsatz erreicht habe.
„Der Staat verpflichtet den Autofahrer durch Biokraftstoffe CO2-Emissionen einzusparen, die bei der Verbrennung der Kraftstoffe im Fahrzeug entstehen", sagte Picard. „Er bestraft denjenigen, der sich dieser Verpflichtung durch E5 tanken entzieht". Bezogen auf den Gesamtabsatz an Ottokraftstoffen werde derzeit nur rund zehn Prozent E10 verkauft. 90 Prozent entfalle auf E5. Angesichts der Strafzahlungen wegen zu wenig verkauftem E10 könnten etwa zwei Cent pro Liter auf das Super Benzin E5 umgelegt werden müssen. (dpa)