Frankfurt/Stuttgart. Mercedes ordnet nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ seinen Vertrieb in Europa neu. „PKW und LKW werden künftig wo möglich und sinnvoll an verschiedenen Orten angeboten“, sagte Daimler-Chrysler-Vorstand Andreas Renschler der Zeitung. „Wir gehen mit den Lastwagen dorthin, wo unsere Kunden sind, im Zweifel also nicht in die Innenstadt, sondern an einen Standort entlang der Autobahn oder in die Nähe von Logistikzentren.“ Der Käufer der S-Klasse habe andere Bedürfnisse als der Kunde, der seinen LKW in Reparatur bringt, sagte Renschler: „Trucker haben andere Ansprüche an eine Service-Station. Die sollte am liebsten sieben Tage die Woche 24 Stunden geöffnet haben, mit Aufenthaltsraum, Fernseher und Duschmöglichkeit.“ In England sei der Vertriebt deshalb komplett getrennt, in Spanien zu 70 Prozent. Diese Strategie werde jetzt auch in Deutschland verfolgt. „Bis im Februar sind wir mit den Plänen fertig, binnen drei Jahren werden wir dann sukzessive alle Werkstätten umstellen“, sagt Truck- und Bus-Chef Renschler der Zeitung. Der Verband der Mercedes-Benz-Händler hatte sich bereits skeptisch zu den Plänen geäußert. „Bei der derzeit eher schwachen Ertragslage der Autohändler wird es schwierig werden, Mercedes-Händler für Investitionen in einen neuen Standort zu gewinnen“, hatte Verbandschef Peter Ritter kürzlich erklärt. Für das kommende Jahr erwartet der Mercedes-Truck-Vorstand in Europa einen „stabilen Absatz“. In Amerika drohe dagegen nach Einführung neuer Emissionsvorschriften Anfang 2007 ein Einbruch des LKW-Geschäfts. „Wir rechnen bei den schweren LKW mit einem Absatzrückgang von fast 40 Prozent, sind aber darauf vorbereitet“, sagte Renschler. Die Rendite der Truck Group will er vom Jahr 2008 an auf durchschnittlich sieben Prozent steigern. (dpa)
Mercedes ordnet Vertrieb in Europa neu
Laut Daimler-Chrysler-Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler werden PKW und LKW künftig wo möglich und sinnvoll an verschiedenen Orten angeboten