Bahnchef Hartmut Mehdorn und Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) bleiben in der Frage einer Bahn-Netz-Trennung weiter auf Konfrontationskurs. Der Konzernchef hatte gewarnt, eine längere Diskussion über die Herauslösung des Schienennetzes aus dem Unternehmen gefährde dessen Sanierung. Die Ungewissheit wirke sich verheerend auf die Motivation der Mitarbeiter aus. Dazu erklärte ein Ministeriumssprecher: "Langsam gewöhnt man sich an Tartarenmeldungen". Auch die Warnung des Konzerns vor einem Milliardendefizit sei nicht in Erfüllung gegangen. Der FDP-Verkehrsexperte Horst Friedrich meinte, Mehdorn werde zunehmend zur Belastung für die Bundesregierung. Ziele der Politik müßten Stärkung der Schiene, Kundenorientierung und Wettbewerb sein. "Wenn Hartmut Mehdorn dieser Politik im Wege steht, muß über Konsequenzen nachgedacht werden". Die CSU-Wirtschaftspolitikerin Dagmar Wöhrl beklagte, dass Mehdorn und Bodewig "derart aneinander geraten". Es gehe nicht mehr darum, "wie Bodewig das alles politisch überlebt, sondern ob er es überlebt". (vr/jök)
Mehdorn verschärft Kritik an Bodewigs Bahnpolitik
Diskussion Bahn-Netz-Trennung gefährdet laut Bahnchef die Mitarbeiter-Motivation.