Mehdorn schließt Platzen des Börsengangs nicht aus

02.11.2006 17:20 Uhr
bax mehdorn
Bahnchef Hartmut Mehdorn
©Foto: Verkehrsrundschau online

Bahnchef Mehdorn wolle in jedem Fall im Amt bleiben, auch falls der Börsengang scheitern sollte

Berlin. Bahnchef Hartmut Mehdorn schließt ein Platzen des geplanten Börsengangs nicht mehr aus und stellt sich auf Alternativen für den künftigen Unternehmenskurs ein. Angesichts der andauernden Debatte in der großen Koalition sei er skeptisch, ob beim Bund als Eigentümer „die Kraft und der Wille zu einer Entscheidung“ vorhanden seien, sagte Mehdorn am Donnerstag in Berlin. „Wir geben aber die Hoffnung nicht auf“. Mehdorn betonte, in jedem Fall im Amt bleiben zu wollen: „Ich bin kein Handtuchwerfer.“ Gebe es kein grünes Licht für das über Jahre verfolgte große Ziel eines Börsengangs, sei eine neue Strategie für den Konzern nötig. Nähere Angaben dazu machte er nicht. „Für uns wäre es sehr misslich, wenn wir fünf Meter vor dem Ziel abgewunken würden“, sagte Mehdorn wenige Tage vor einer womöglich entscheidenden erneuten Koalitionsrunde. Fachleute von Union und SPD wollen am kommenden Mittwoch zusammenkommen, um über die zentrale Streitfrage zu verhandeln, welchen Einfluss die Bahn auf das 34.000 Kilometer lange Gleisnetz behalten soll. Die wiederholten Verschiebungen des politischen Votums seien schädlich und sorgten für Verunsicherung im Konzern, sagte Mehdorn. Er warb erneut für eine schnelle Entscheidung für einen Börsengang möglichst bereits 2008, der „kein Selbstzweck“ sei. Die Bahn brauche größere Investitionskraft, um als „europäischer Champion“ auf den internationalen Fracht- und Personenverkehrsmärkten mithalten zu können. Sollte es keine Entscheidung zu Gunsten eines Börsengangs geben, würde „die Welt nicht zusammenkrachen“, sagte Mehdorn. „Wir werden weiter kämpfen, keine Frage.“ Nötig wäre aber die Formulierung einer neuen Strategie, was ohne Geld von der Börse noch machbar wäre. Die Gewerkschaft Transnet forderte, die Ungewissheit zu beenden. „Es muss endlich Klarheit geschaffen werden über die Zukunft der Bahn“, sagte ein Sprecher der Hörfunkagentur dpa/Rufa. (dpa/tz)

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