Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hat sich erneut kategorisch gegen die Trennung von Schienennetz und Bahnbetrieb ausgesprochen. "Wenn sie der Deutschen Post die Briefkästen und die Postboten wegnehmen, ist sie pleite, und wenn sie der Deutschen Telekom das Festnetz nehmen, auch", sagte Mehdorn dem Tagesspiegel. Ein Börsengang des bundeseigenen Unternehmens sei ohne Schienennetz unmöglich. "Wenn sie der Bahn das Netz wegnehmen, muss der Steuerzahler das bezahlen", sagte Mehdorn. Die Anleger würden sich mit Sicherheit nicht an einen Unternehmen beteiligen, das fremdbestimmt sei. "Und eine Bahn ohne Netz ist fremdbestimmt." Mehdorn hat die Pläne der Bundesregierung, Schienennetz und Bahnbetrieb zu trennen, stets kritisiert. Die Bahn werde ab 2005 die Zinsen für die aufgenommen Kredite erwirtschaften und eine Umsatz-Rendite von neun Prozent erreichen, sagte Mehdorn weiter. Er kritisierte,k dass bis 2004 betriebsbedingte Kündigungen von Mitarbeitern ausgeschlossen seien. "Jedes andere Unternehmen, sogar die katholische Kirche, kennt betriebsbedingte Kündigungen - wir dürfen das nicht." Die Bahn zahle derzeit mehr Geld für Löhne und Gehälter, als sie durch Wertschöpfung einnehme. "Das geht nicht lange gut", sagte Mehdorn. (vr/dpa)
Mehdorn: Ohne Schienennetz kein Börsengang der Bahn
Bahnchef rechnet ab 2005 mit Umsatzrendite von neun Prozent