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Massive Ausfälle und Verspätungen durch Lokführerstreik

Die GDL bestreikt Güter- und Personenverkehr
© Foto: dapd/Matthias Rietschel

Doppelschlag der Lokführer: Mit einem Parallel-Streik im Güter- und Personenverkehr hat die Gewerkschaft GDL den Druck im festgefahrenen Tarifkonflikt erhöht. Bundesweit fielen Hunderte Züge aus


Datum:
10.03.2011
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Berlin/Frankfurt. artende Pendler, gestoppte Fracht: Der Lokführerstreik bei Personen- und Güterzügen hat den Bahnverkehr in Deutschland am Donnerstag weitgehend lahmgelegt. Bereits seit Mittwochabend um 20.00 Uhr wird der Güterverkehr auf der Schiene bestreikt. Dort liegt der Schwerpunkt in Ostdeutschland.Die GDL sprach von 500 streikenden Lokführern, wodurch mehr als 600 Güterzüge bis Donnerstagmorgen gar nicht oder nur stark verspätet an ihren Zielorten ankommen sollten. Wegen des Ausstands wichen viele Firmen auf die Straße aus und bestückten Lastwagen mit Gütern. Die Versorgung von Kraftwerken und Hochöfen sollte aber gewährleistet bleiben, hieß es bei der Bahn. Der Konzern setzte Hunderte zusätzliche Mitarbeiter unter anderem auf Bahnhöfen ein, um Reisende über Verspätungen und Verzögerungen zumindest zu informieren. 

Im frühmorgendlichen Berufsverkehr fielen wegen des um 4.00 gestarteten Ausstands etliche S-Bahnen aus. Stark betroffen waren vor allem Berlin, Hannover, München, Nürnberg, Stuttgart und die S-Bahn Rhein-Neckar, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Bundesweit massiv eingeschränkt war auch der Regional- und Fernverkehr. Wegen eines bereits am Mittwochabend begonnenen Streiks im Güterverkehr konnten 240 Züge nicht losrollen. Reisende müssen bis weit über das geplante Streik-Ende um 10.00 Uhr hinaus mit Behinderungen rechnen.

GDL will den Druck erhöhen

Mit der Ausweitung ihres Arbeitskampfes nach drei kürzeren Warnstreikwellen will die GDL den Druck im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn (DB) und sechs großen Konkurrenten erhöhen. Sie strebt einheitliche Tarifbedingungen für 26 000 Lokführer an. Kernforderung sind einheitliche Einkommen auf dem Niveau des Marktführers DB sowie fünf Prozent Aufschlag auch bei den großen Wettbewerbern Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn. Bundesweit standen in Großstädten und Ballungsräumen Züge still. In Nordrhein-Westfalen lag ein Schwerpunkt der Aktionen im Raum Köln.

"Vom Bodensee bis zum Odenwald haben wir Zugausfälle", sagte ein Bahnsprecher in Baden-Württemberg. In München fuhren S-Bahnen nur noch im Stundentakt, die Flughafenlinie S8 aber alle 20 Minuten. In Nürnberg rollte nur die Hälfte der S-Bahnen. Auf vier Nebenstrecken im Regionalverkehr fiel der Betrieb komplett aus, weil die Deutsche Bahn Fahrer auf anderen Strecken einsetzte. In Hessen waren Regional- und Fernzüge sowie S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet betroffen.

In Sachsen und Sachsen-Anhalt kam der Zugverkehr nach GDL-Angaben quasi zum Erliegen. "Am Hauptbahnhof in Leipzig bewegt sich so gut wie kein Zug", sagte Peter Taschenberger von der GDL. Auch Halle war weitgehend lahmgelegt, am dortigen Hauptbahnhof versammelten sich 70 streikende Lokführer. Bei der S-Bahn Berlin fuhren fast keine Züge. Die Außenäste des Netzes seien "praktisch tot", sagte der stellvertretende GDL-Landesbezirksvorsitzende, Klaus-Peter Schölzke. In Nordeutschland legten auch zahlreiche Lokführer der Nord-Ostseebahn (NOB), AKN Eisenbahn und Metronom die Arbeit nieder.

Lokführer drohen mit Verschärfung der Streiks

Unterdessen haben die Lokführere mit einer Verschärfung ihres Streiks gedroht. "Wer uns kennt, weiß, dass wir sehr weit gehen können. Aber das wollen wir eigentlich nicht, denn wir wollen Verhandlungen", sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, am Donnerstag in Mannheim. Die Arbeitgeber müssten sich bewegen und ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Andernfalls werde die Gewerkschaft weiter streiken; der Schwerpunkt werde dabei weiter im Güterverkehr liegen.

Weselsky sprach von einer sehr guten Streikbeteiligung. Insgesamt seien 90 Prozent des Güter- und 80 Prozent des Personenverkehrs betroffen. Er könne den Ärger von Reisenden verstehen, erlebe aber auch Verständnis. "Die GDL wird nun eine Pause machen, damit sich die Arbeitgeber besinnen können."  (dpa/sno)

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