Der Betriebsrat der MAN Nutzfahrzeuge AG will mit einem eigenen Konzept die Streichung von 4000 Stellen in Deutschland und Österreich abwenden. Um die Beschäftigung an allen Standorten zu sichern, muss über alle tarifvertraglichen Möglichkeiten mit dem Unternehmens-Vorstand gesprochen werden, sagte Gesamtbetriebsrats-Chef Hans Meister am Mittwoch am Rande der Betriebsrätekonferenz in Nürnberg. So könne mit Arbeitszeitkonten, einer Arbeitszeitverkürzung oder auch mit dem Zurückfahren der Produktion der Stellenabbau aufgehalten werden. MAN beschäftigt deutschlandweit rund 24 000 Mitarbeiter. Der Vorstandschef der MAN Nutzfahrzeuge AG, Hakan Samuelsson, zeigte sich zu Gesprächen mit Konzernbetriebsrat und IG Metall bereit. Es sei jedoch zu froh, Kündigungen auszuschließen. 4000 Mitarbeiter ist ein nötiges und realistisches Ziel, sagte er. Zugleich betonte Samuelsson, dass es - außer in Berlin – keine kompletten Standortschließungen geben werde. In der jetzigen Unternehmenssituation seien Kostensenkungen und Innovationen nötig. Einen Aufschwung in der Branche erwartet der Vorstands-Chef erst Ende nächsten Jahres. Von den Stellenkürzungen sind nach Angaben des Konzernbetriebsrats insbesondere die Werke in München und Salzgitter betroffen. In der bayerischen Landeshauptstadt sollen mehr als 1000 der rund 8000 Stellen gestrichen werden. In Salzgitter seien fast die Hälfte der 3900 Arbeitsplätze bedroht. Auch Stellen am Standort im oberbayerischen Penzberg stünden zur Disposition, sagte Meister. Dort seien ebenfalls fast die Hälfte der rund 1000 Arbeitsplätze auf der Streichliste. Am Vormittag demonstrierten rund 1500 bis 2000 Mitarbeiter aus ganz Deutschland vor der Nürnberger Meistersingerhalle. Sie forderten den Erhalt der Standorte und ihrer Arbeitsplätze. (vr/dpa)
MAN-Betriebsrat will Kündigungen verhindern
2000 Mitarbeiter demonstrierten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze