München. Mit einem Rekordergebnis hat MAN das Geschäftsjahr 2006 abgeschlossen. Kooperationen werden nach dem Scheitern der Übernahme von Scania auch in Zukunft eine wichtige Rolle für den Münchner Konzern spielen. Nach einer „Cool-Down-Phase“ wolle MAN offen über mögliche Zusammenschlüsse im Nutzfahrzeugbereich diskutieren, erklärte der Vorstandsvorsitzende Håkan Samuelsson am Dienstag anlässlich der Jahrespressekonferenz in München. „Scania wäre ein guter Partner für MAN“, sagte Samuelsson. Das Unternehmen werde aber auch nach anderen Möglichkeiten am Markt Ausschau halten. Vor allem dank des Booms im LKW-Bereich stieg der operative Gewinn um 431 Millionen auf 1,11 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 13 Milliarden Euro. Darin sind das im vergangenen Jahr verkaufte Geschäft mit Druckmaschinen und der Stahlhandel der Tochter Ferrostaal nicht mehr enthalten. „Wir haben eine gute Balance zwischen Wachstum und steigendem Ergebnis gefunden“, sagte Vorstandsvorsitzender Samuelsson. Beim Auftragseingang verbuchte MAN ein Plus von 16 Prozent auf 16,6 Milliarden Euro. Der Konzern konnte den Überschuss von 472 Millionen auf 925 Millionen Euro beinahe verdoppeln. Im LKW-Geschäft erreichte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2006 eine Umsatzrendite von neun Prozent. Der Auftragseingang von MAN Nutzfahrzeug kletterte erstmalig über die 10-Milliarden-Euro-Grenze. Dies entspricht einem Wachstum von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr, erklärte Karlheinz Hornung, CFO bei MAN. Mit 79.822 LKW stiegen die Absatzahlen um 17 Prozent an. Mit weiteren Verhandlungen zu einer möglichen Nutzfahrzeug-Kooperation will sich Vorstandsvorsitzender Håkan Samuelsson Zeit lassen. „Wir haben keinen unmittelbaren Bedarf für einen Zusammenschluss in den nächsten Monaten. Wir haben definitiv Geduld“, erklärte er. Außerdem hätten alle Beteiligten die industrielle Logik des MAN-Konzeptes – eine Kooperation zwischen MAN, Scania und dem LKW-Geschäft von Volkswagen – anerkannt. Samuelsson betonte, dass sein Unternehmen Scania nicht als „Eroberer“ übernehmen wollte. Vielmehr habe MAN dem schwedischen LKW-Hersteller einen Vorschlag unterbreiten wollen. Letztendlich scheiterte der Übernahmepoker am fehlenden Rückhalt der beiden Scania-Großaktionäre Volkswagen und Investor. „Wir bekamen keine Unterstützung. Das hat uns sehr enttäuscht“, sagte Samuelsson. Für das laufende Jahr erwartet MAN einen stabilisierten Auftragseingang von 16 Milliarden Euro. Der Umsatz des Unternehmens wird um etwa fünf Prozent weiter steigen, erklärte Samuelsson. „Unser Ziel ist, das Ergebnis noch einmal zu steigern und eine Umsatzrendigte von neun Prozent zu erreichen. Dazu werden alle Bereiche der MAN Gruppe wichtige Beiträge leisten.“ (tz)
MAN 2006 mit Rekordergebnis
Unternehmen setzt zunehmend auf den Faktor Zeit: Nutzfahrzeug-Allianz mit Scania und VW nicht unter den Tisch gefallen