Frankfurt/Main/Hahn. Bei einem kompletten Nachtflugverbot in Frankfurt würde die Lufthansa ihre Investitionen am Standort zusammenstreichen. Das gelte insbesondere für den geplanten Ausbau des Cargo Centers, erklärte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber am Mittwoch in Frankfurt. Das Frachtgeschäft hänge insbesondere an den zahlreichen Zulade- und Umlademöglichkeiten weltweit. „Wie beim Wasser werden die Verkehre dahin gehen, wo sie abgewickelt werden.“ Mayrhuber begrüßte den Ausstieg des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport aus dem defizitären Flughafen Hahn im Hunsrück. Leider bedeute dies nicht das Ende der „Subventionitis“. Die Belastung treffe nun stärker die Bürger und nicht mehr das Ergebnis der Fraport. Die Lufthansa ist Hauptkunde in Frankfurt. Die Fraport hat rückwirkend zum Jahreswechsel ihren 65-Prozent-Anteil am Hahn an das Land Rheinland-Pfalz für einen symbolischen Euro veräußert. Seine Aussagen zu einem Nachtflugverbot in Frankfurt sollten nicht als Drohung missverstanden werden, sagte der Lufthansa-Chef weiter. „Wir drohen mit gar nichts, wir kämpfen nur um sinnvolle Bedingungen.“ Die Menschen müssten sich klar machen, dass der größte deutsche Flughafen nicht wegen der Vorzüge der Stadt Frankfurt im Rhein-Main-Gebiet liege, sondern eher aus historischen Gründen. Eine Rücknahme der mit dem Airport verbundenen Entwicklung könne sich niemand mehr vorstellen. Man brauche in Frankfurt eine gewisse Anzahl an Start- und Landerechten in der Nacht, betonte der Lufthansa-Chef. Das Unternehmen habe immer klar gemacht, dass neue Maschinen leiser seien und die geplante neue Bahn nicht für die Nachtflüge benutzt würde. Als Exportweltmeister müsse Deutschland für beste Logistik-Ressourcen sorgen. Frankfurt ist vor München das wichtigste Drehkreuz der Lufthansa.(dpa/sv)
Lufthansa: Weniger Investitionen bei Nachtflugverbot in Frankfurt
Bei einem kompletten Nachtflugverbot in Frankfurt würde die Lufthansa ihre Investitionen am Standort zusammenstreichen