Luftfahrtgesellschaft Aerolíneas Argentinas wird wieder staatlich

18.07.2008 10:35 Uhr

Die krisengeschüttelte argentinische Luftfahrtgesellschaft Aerolíneas Argentinas kommt 18 Jahre nach der Privatisierung wieder unter staatliche Fittiche.

Buenos Aires (Argentinien). Die krisengeschüttelte argentinische Luftfahrtgesellschaft Aerolíneas Argentinas kommt 18 Jahre nach der Privatisierung wieder unter staatliche Fittiche. Das bestätigte die Regierung der peronistischen Präsidentin Cristina Kirchner gestern in der Hauptstadt Buenos Aires. Eine entsprechende Einigung sei mit dem bisherigen privaten Mehrheitseigentümer, der spanischen Gruppe Marsans, erzielt worden. Die Vereinbarung erstrecke sich auch auf das regionale Luftfahrtunternehmen Austral. Der Staat werde alle bisher von Marsans gehaltenen Aktien an den beiden Gesellschaften übernehmen, sagte der Staatssekretär für das Transportwesen, Ricardo Jaime. Dafür übernehme der Staat auch den Schuldenberg von Aerolíneas Argentinas in Höhe von 890 Millionen Dollar (560 Millionen Euro). Marsans hielt bisher 94,91 Prozent der Aktien an Aerolíneas Argentinas und 97 Prozent der Aktin an Austral. Für die Abwicklung sei eine Frist von 60 Tagen vereinbart worden. „Dies ist ein wichtiger Schritt, um die nationale Fluglinie wieder in den Dienst der Argentinier und der nationalen Wirtschaft zu stellen“, fügte Jaime hinzu. Die beiden Luftlinien kontrollieren 80 Prozent des argentinischen Inlandsmarktes. Allerdings befinden sich etwa 50 Prozent der Maschinen wegen finanzieller und organisatorischer Probleme zurzeit dauerhaft am Boden. Die Regierung werde zunächst 54 Millionen Pesos (11 Millionen Euro) zur Verfügung stellen, um den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten, kündigte Jaime an. Der Zustand von Aerolíneas ist jedoch kritisch. Seit Jahresbeginn seien umgerechnet etwa 63 Millionen Euro neue Schulden aufgelaufen, es kommt zu vielen Verspätungen und die Gewerkschaften legen immer wieder den Flugbetrieb lahm. Die Luftlinie war 1950 gegründet worden und blieb bis 1990 in Staatseigentum. Der damalige Präsident Carlos Menem verkaufte das Unternehmen dann an die spanische Fluglinie Iberia. Viele Argentinier werfen den Spaniern vor, die Fluglinie ruiniert zu haben. (dpa/ak)

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