Hamburg. In den seitens des ThyssenKrupp Stahl-Konzerns geplanten Verkauf der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss kommt Bewegung. Nachdem im Sommer diesen Jahres die monatelangen Verhandlungen mit Abu Dhabi Mar für gescheitert erklärt wurden und zwischenzeitlich ein nicht näher benannter britischer Investor als möglicher Käufer ins Feld geführt wurde, zeichnet sich jetzt eine neue Lösung ab. Wie das Hamburger Abendblatt in seiner Donnerstag-Ausgabe berichtet, soll die Bremer Traditions-Werft Lürssen ein Übernahmeangebot auf den Tisch gelegt haben.
Das seit seiner Gründung im Jahre 1875 weiter im Familienbesitz befindliche Unternehmen (Mitarbeiter: rund 1500, Umsatz: rund 700 Millionen Euro, d.Red.) hat demnach ein Angebot für die gesamte Hamburger Werft (1900 Mitarbeiter) auf den Tisch gelegt. Bei den anderen potenziellen Kaufinteressenten ging es immer nur um Teile aus dem Blohm + Voss-Gesamtgebilde.
Die Lürssen-Werft in Vegesack bei Bremen hat im Verlauf ihres Bestehens mehr als 13.000 Schiffe gebaut. Das Unternehmen hat sich einen Weltruf auf dem Gebiet von schnellen Schiffen und Booten erarbeitet. Wie auch Blohm + Voss ist die Werften-Gruppe sehr stark im Marineschiffbau engagiert. Hier gibt es zwischen B + V und Lürssen immer wieder Berührungspunkte. So sind die beiden Schiffbaubetriebe derzeit mit der Abwicklung eines Großauftrags für die Deutsche Marine befasst.
Dank ihrer Lage und technischen Ausstattung, beispielsweise mit dem Großdock Elbe 17, könnten sich für die Lürssen-Werft-Gruppe völlig neue bautechnischen Möglichkeiten ergeben. Die Werftengruppe hatte in den vergangenen Jahren eine Reihe von kleineren Schiffbaufirmen zugekauft und erfolgreich integriert. (eha)