Logistik-Branche rappelt sich auf

15.04.2010 17:36 Uhr
Raimund Klinkner BVL
BVL-Chef Raimund Klinkner freut sich über ein drittes positives Quartal in Folge und rechnet mit einem leichten Wachstum der Logistik-Branche
© Foto: Sebastian Bollig

BVL-Chef Raimund Klinkner: Drittes positives Quartal in Folge / Erwartung von zwei bis drei Prozent Wachstum für 2010

München. Die von der Wirtschaftskrise schwer getroffene deutsche Logistik-Branche rappelt sich wieder auf. Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) rechnet für dieses Jahr mit einem leichten Wachstum von zwei bis drei Prozent. „Wir haben das dritte Quartal in Folge, in dem es aufwärtsgeht“, sagte BVL-Chef Raimund Klinkner am Donnerstag in München zum bundesweiten Tag der Logistik. 2009 waren die Umsätze in der Branche nach BVL-Angaben um neun Prozent eingebrochen. Von 2011 an erwartet Klinkner „das innerhalb unserer Branche übliche Wachstum von fünf Prozent“. „Der Tiefpunkt der Krise dürfte überwunden sein, aber 2010 ist noch ein Jahr der Konsolidierung.“ Die Zahl der Beschäftigten werde in diesem Jahr mindestens stabil bleiben. Im Jahr 2009 war die Zahl von 2,8 Millionen im Vorjahr auf 2,7 Millionen zurückgegangen. Die Logistik-Branche sei als drittgrößte Branche in Deutschland eine „tragende Säule der deutschen Wirtschaft“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Andreas Scheuer (CSU), der konkrete Maßnahmen zur Förderung der Branche bis Ende des Jahres ankündigte. Im Rahmen eines „Masterplans Güterverkehr und Logistik“ sollten zehn bis 20 konkrete Handlungsanweisungen für die Politik erarbeitet werden. Es sei wichtig, junge Menschen für die Branche zu begeistern, sagte Scheuer. Das Berufsfeld werde immer wieder unterschätzt. „Bei Logistik geht es nicht nur um Hochregale und Gabelstapler - unsere jungen Menschen müssen das kapieren“. Nach BVL-Angaben fehlen der Branche in Deutschland zahlreiche Arbeitskräfte, besonders Führungskräfte sind rar. „Die Studiengänge sind da, es fehlen die Studierenden“, sagte Evi Hartmann, die am Fraunhofer-Institut in Nürnberg für den Bereich Logistik zuständig ist. Genaue Zahlen konnte sie nicht nennen. (dpa)

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