Logistik-Branche präsentiert sich in der Krise

15.04.2009 10:19 Uhr
Tag der Logistik bei DB Schenker in Duisburg
In Duisburg erfahren Besucher beim „Tag der Logistik", wie ein Containerterminal funktioniert
© Foto: Tag der Logistik

Beim morgigen „Tag der Logistik“ gewähren Unternehmen, Hochschulen und Verbände einen Blick hinter die Kulissen

Hamburg/Bremen. Die Logistik-Branche, einer der größten und wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland, öffnet am Donnerstag, den 16. April, wieder ihre Türen. Am bundesweiten „Tag der Logistik“ beteiligen sich fast 300 Unternehmen, Hochschulen, Kammern, Verbände und andere Institutionen mit diversen Veranstaltungen, teilte die Bundesvereinigung Logistik (BVL) in Bremen mit. Der Blick hinter die Kulissen in ansonsten verschlossene Bereiche soll die öffentliche Wahrnehmung für die Bedeutung der Logistik weiten und schärfen, so die BVL. Beim ersten „Tag der Logistik“ im vergangenen Jahr hatten rund 20.000 Teilnehmer die 212 Veranstaltungen besucht. Logistik wird häufig mit Transport, Umschlag und Lagerung gleichgesetzt, ist aber längst sehr viel mehr. Die Branche spricht gern von der „intelligenten Planung und Steuerung von Wertschöpfungsketten“. Beschaffung, Produktion und Absatz spielen sich heute meist auf globaler Ebene ab. Ein Beispiel: Ein Auto, das für den skandinavischen Markt bestimmt ist, wird in der Slowakei gebaut – mit Bauteilen, die in verschiedenen Ländern Europas und Asiens produziert werden. Das funktioniert nur mit Logistik als verbindendem Element. Sie sorgt für die notwendige Planung, Gestaltung und Steuerung der internationalen Waren- und Informationsflüsse. Mit der Globalisierung ist Logistik immer wichtiger geworden. Die Logistik ist mit einem Umsatz von 205 Milliarden Euro (2007) in Deutschland der größte Wirtschaftsbereich nach dem Handel und der Automobilindustrie, noch vor der Elektronikbranche und dem Maschinenbau. Mit 2,7 Millionen Beschäftigten übertrifft sie dessen Mitarbeiterzahl um das Dreifache. Der Logistikmarkt Europas wird auf 900 Milliarden Euro geschätzt. Daran hat Deutschland mit gut 20 Prozent einen besonders hohen Anteil. Gegenwärtig leidet die Logistik-Branche stark unter der Krise der Weltwirtschaft. Mit konkreten Prognosen tut sich der Verband allerdings schwer, weil die weitere Entwicklung kaum vorhersehbar sei. Wenn weniger Waren produziert, konsumiert und transportiert werden, ist die Logistik-Branche jedoch stets betroffen. Andere logistische Dienstleistungen, wie zum Beispiel die Bearbeitung und Zusammenstellung von Warengruppen, laufen gegenwärtig noch gut. Beim „Tag der Logistik“ laden zahlreiche Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen zu Veranstaltungen ein, darunter bekannte Namen wie Audi, BASF, Dachser, DB Schenker, Galeria Kaufhof, Knorr-Bremse, Kühne + Nagel, Möbel Kraft, Rhenus und Sauer-Danfoss. Zwei überraschende Angebote gibt es in Berlin und Magdeburg: Das Alliiertenmuseum in Berlin erläutert die Luftbrücke Berlin unter logistischen Gesichtspunkten. Und der Zoologische Garten Magdeburg zeigt seinen Besuchern die Logistikprozesse der Futterversorgung und was bei Tiertransporten beachtet werden muss. (dpa)

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