Lösegeld gezahlt: Piraten übergeben deutschen Frachter

09.07.2008 10:50 Uhr
Piratenüberfälle werden zunehmend zu einem Problem für die internationale Schifffahrt (Bild: pixelio.de)

Vor Somalia entführtes deutsches Frachtschiff „Lehmann Timber“ nach 41 Tagen frei / Besatzung offenbar unverletzt

Hamburg. Das Ende Mai vor Somalia entführte Frachtschiff der Lübecker Reederei Karl Lehmann ist nach 41 Tagen wieder frei. Nach Informationen aus Schifffahrtskreisen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi wurde ein Lösegeld in Höhe von 750.000 US-Dollar (480.000 Euro) gezahlt. Die 15 Besatzungsmitglieder der „Lehmann Timber“ seien unverletzt und wohlauf, teilte ein Vertreter der Reederei heute mit. Die „Lehmann Timber“ und ihre Besatzung wurden nach Angaben einer Betreuungsorganisation für Seeleute in Nairobi bereits am Dienstag Ortszeit freigelassen. Ursprünglich hätten die Piraten ein Lösegeld von mehr als einer Million US-Dollar verlangt. Berichten eines somalischen Rundfunksenders zufolge wurde das Lösegeld auf hoher See an die Entführer übergeben. Die Freilassung sei zuvor in direkten Gesprächen zwischen Reedereivertretern und den Piraten vereinbart worden. Die Reederei wollte zu diesen Berichten keine Stellung nehmen. Zu den näheren Umständen der Freilassung könnten keine Angaben gemacht werden, weil derartige Informationen die Sicherheit anderer Seeleute und Schiffe gefährden könnten, hieß es. Auch zur Ladung des Schiffes machte die Reederei keine Angaben. Das 120 Meter lange Schiff befindet sich inzwischen auf dem Weg zu einem sicheren Hafen. Dort werde die Besatzung von Bord gehen und medizinisch betreut, hieß es bei der Reederei. Vor der offiziellen Bestätigung der Freilassung seien die Familien der Seeleute vom Ende der Entführung unterrichtet worden. An Bord des unter der Flagge Gibraltars fahrenden Schiffes befand sich kein Deutscher. Der Kapitän kommt aus Russland, die vier Offiziere stammen aus der Ukraine. Die zehn weiteren Seeleute kommen aus Myamar und Estland. Ein Sprecher der Reederei lobte ausdrücklich die Besonnenheit und den Mut der Besatzung. Die „Lehmann Timber“ war am 28. Mai auf dem Weg aus dem Indischen Ozean zum Suez-Kanal von vier schwer bewaffneten Piraten überfallen worden. Anschließend wurde das Schiff vor der Hafenstadt Eyl im Norden Somalias festgehalten. Die Stadt gehört zu der autonomen somalischen Region Puntland. (dpa)

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