Leipzig kann europäischer Logistikstandort werden

19.05.2005 17:31 Uhr
Leipzig
© Foto: Verkehrsrundschau online

Studie sieht Verkehrsinfrastruktur als wichtigsten Erfolgsfaktor

Leipzig. Eine Studie des Logistik-Experten Reinhardt Jünemann bescheinigt Leipzig sehr gute Chancen, europäischer Logistikstandort mit bis zu 100 000 Arbeitsplätzen zu werden. Voraussetzung sei allerdings eine bessere Zusammenarbeit der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sagte Jünemann bei der Vorstellung seiner Studie zu den Entwicklungsperspektiven der Region. Dies gelte insbesondere für eine gemeinsame Förderpolitik und Ausbildung in der Logistikbranche sowie die Vermarktung des Standortes am Flughafen Leipzig/Halle. „Die Kleinstaaterei muss aufgegeben werden“, sagte der Gründer des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik. Seiner Ansicht nach ist die Bildung einer zentralen Anlaufstelle nötig, in der die Länder vertreten sind. Die Schnittstellen für Zuständigkeiten müssten gefunden und die Förderpolitik koordiniert werden. Auftraggeber der Studie waren die Stadt Leipzig, die örtliche Industrie- und Handelskammer sowie die sächsische GVZ Entwicklungsgesellschaft mbH. Durch den Aufbau des Europa-Drehkreuzes der Posttochter DHL böte sich eine neue Chance in der aufstrebenden Logistikbranche. „Die Studie soll eine Grundlage für eine gezielte Entwicklung unseres Standortes als transnationaler Logistikknoten legen“, sagte Leipzigs Wirtschaftsdezernent Detlef Schubert (CDU). DHL und der Flughafen begrüßten die Studie, beteiligten sich aber nicht. Laut Jünemann stellt die Verkehrsinfrastruktur einen wichtigen Erfolgsfaktor für Mitteldeutschland dar. Er geht dabei von einem Umkreis von 100 Kilometer rund um das Schkeuditzer Kreuz aus. Wichtig sei jedoch, die Lücke in Richtung Rhein-Main-Gebiet zu schließen. Auch im Bereich der Informationstechnologie bestehen laut Studie noch große Defizite. Nur etwa drei Prozent der Unternehmen in Mitteldeutschland seien hier tätig, ähnlich mangelhaft sei das Lehrangebot an den regionalen Hochschulen. Derzeit sind in der Region rund 160 000 Menschen im Transport- und Logistikbranche beschäftigt. Mit der Ansiedlung von DHL sollen bis 2007 etwa 2000 direkte und 4000 indirekte Arbeitsplätze entstehen, bis 2008 sollen es insgesamt mehr als 10 000 sein. (dpa)

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