Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. reagierte "mit Verwunderung" auf eine Aussage des Bundesverkehrsministers Kurt Bodewig am Pfingstsonntag im "Frankfurter Gespräch" des Hessischen Rundfunks, die in zahlreichen Medien zitiert wurde. Demnach will Bodewig die geplante entfernungsabhängige Autobahnmaut für leere Lkw teurer machen, um den Anteil der Leerfahrten deutlich zu verringern. Der BGL betont, die Auslastung der Lkw habe bereits jetzt ein Maß erreicht, das sich kaum noch steigern lasse. Laut dem Bundesamt für Güterverkehr hätten Lkw im Fernverkehr einen Lastfahrtenanteil von 85,4 Prozent erreicht, im grenzüberschreitenden Verkehr sogar einen von 88 Prozent. Vermeintliche Auslastungsdefizite im Nahverkehr ließen sich durch eine Autobahnmaut nicht nennenswert unterbieten, wenn man das Verkehrsgeschehen differenziert bewerte. So gebe es etwa für ein Müllfahrzeug nach dem Entladen an der Deponie genau so wenig Rückladung wie für einen Baustellenkipper, der von der Baustelle zurückkomme oder ein Verteilerfahrzeug, das Supermärkte mit Lebensmitteln versorge. Höhere Maut könne auch das grundsätzliche Problem der "unpaarigen Verkehrsströme" zwischen bestimmten Regionen nicht lösen. (vr/ai)
Leerfahrten kaum zu vermindern
Der BGL äußert sich verwundert über die Pläne von Bodewig, mehr Maut für unbeladene Lkw zu verlangen