Havanna. Kuba und die USA haben am Donnerstag Verhandlungen über die Wiederaufnahme des Postverkehrs zwischen den beiden Ländern aufgenommen. Wie die dpa in Havanna von einem offiziellen Vertreter der US-Delegation erfuhr, kamen Delegationen beider Seiten an einem geheim gehaltenen Ort in der kubanischen Hauptstadt zusammen. Die Postverbindungen sind seit der Verhängung der US-Sanktionen gegen Kuba vor einem halben Jahrhundert unterbrochen. US-Präsident Barack Obama will Schritt für Schritt die Beziehungen zu Kuba normalisieren, nachdem das Embargo nicht zu der erwünschten Demokratisierung Kubas geführt hat. Seit dem Abbruch der Postbeziehungen mussten Briefe aus Kuba stets auf Umwegen über Drittländer verschickt werden. Oft benötigten sie Monate, um ihr Ziel in den USA zu erreichen. In den vergangenen Monaten hatte Washington bereits die Reisebeschränkungen für Kubaner aufgehoben, die in den USA leben. Sie dürfen nun wieder uneingeschränkt nach Kuba reisen, um ihre Familien und Verwandten zu besuchen. Im Juni kamen beide Seiten in New York zu Gesprächen über Migration zusammen, die vor sechs Jahren unterbrochen worden waren. Ian Kelly, Sprecher der US-Delegation, sagte, die Verhandlungen seien zunächst „sehr technischer Natur“. „Es ist nur die erste Runde“, sagte er. „Wir hoffen, dass die Gespräche zu einer systematischen Verwendung des direkten Posttransportes zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba führen werden, und zu einer Verringerung der Kosten.“
Kuba und USA verhandeln über Postverkehr
Nach der Verhängung der US-Sanktionen gegen Kuba vor einem halben Jahrhundert nehmen beide Staaten die Postbeziehungen wiederherstellen