Durch eine Verschlechterung der Dienstleistungen auf der europäischen Güterschiene büßte die Internationale Vereinigung der Gesellschaften für den Kombinierten Verkehr Schiene-Straße (UIRR) etwa 30 Prozent Leistungszuwachs ein. Dieses Fazit zog der Generaldirektor des Kombi-Dachverbandes, Rudy Colle, am 30. Mai, dem Vorabend der UIRR-Generalversammlung, in Brüssel vor der Presse. Mit einer Zunahme der Güterzugmenge im Kombi-Verkehr um nur 8 Prozent in den beiden letzten Jahren zeigte sich Colle nur "mäßig befriedigt". Nachdem die Zahl der Frachtzüge 1997/98 laut UIRR-Analyse stagnierte und 1999 sogar rückläufig war, stieg sie erst voriges Jahr mit 1.900.000 Zügen wieder leicht an. Die 21 Kombi-Gesellschaften der UIRR machten sich Sorgen wegen ausufernder Bahnverspätungen, sagte Colle der Verkehrs-Rundschau. Letztes Jahr hätten sich 48 Prozent der Güterzüge um weniger als eine halbe Stunde verspätet. Zugleich wären 12 Prozent der Züge mit über sechs Stunden und 5 Prozent mit mehr als 24 Stunden Rückstand angekommen. Die Extremverspätung hätte im Dezember den Quotenrekord von 8,2 Prozent erreicht. Im vergangenen Jahr hätten 1021 Lastzüge den Ankunftstermin um mehr als einen Tag verfehlt. Der Generaldirektor wertete dies als unannehmbaren Zustand, der mit einer Qualitätsoffensive verändert werden müsse. Dafür seien Bahnliberalisierung und Wettbewerb voll zu nutzen. (vr/dw)
Kombi-Dachverband kritisiert Bahnqualität
Züge im Kombinierten Verkehr bis zu 24 Stunden verspätet