Für eine Abschaffung der Kraftstoff-Freimengenbegrenzung für Lkw, die aus Mittel- und Osteuropa kommend nach Deutschland einreisen, hat sich Jörg Rüdel, Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH, in einem Spitzengespräch mit Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig ausgesprochen. Rüdel begründete seinen Vorstoß damit, daß durch eine solche Maßnahme mehr Lkw-Transporte im Ost-West-Verkehr auf Ro/Ro-Fähren verlagert werden könnten. Rüdel: "Im Gegensatz zu unseren Nachbarländern müssen einreisende Lkw in Deutschland Tankinhalte über 200 Liter Diesel versteuern. Auch dies wird in den Häfen kontrolliert, während beispielsweise über die deutsch-polnische Grenze einreisende Lkw oft ungeschoren davonkommen." So könnten bei Tankinhalten von 800 bis 2000 Litern schon "enorme finanzielle Vorteile" herauskommen, meinte Rüdel weiter. Ungleichbehandlung gegenüber der Einreise über die "grüne Grenze" erkennt der Hafenchef auch beim sensiblen Thema Ladungs- und Fahrzeugsicherheit. So seien die hierzu in den deutschen Häfen durchgeführten Kontrollen "penibel". Lkw, die überladen sind, würden an der Weiterfahrt gehindert. Solche Kontrollen "sind aufgrund fehlenden Personals an den grünen Grenzen gar nicht möglich", sagte Rüdel. Er wies darauf hin, dass gerade das Seeschiff zur Aufnahme bedeutender Teile des wachsenden Ost-West-Transitverkehrs geeignet sei. (vr/eha)
Kiels Hafenchef Rüdel fordert: Dieselfreimengen-Verordnung für Ost-Lkw aufheben
Ungleichbehandlung gegenüber der Einreise über die "grüne Grenze"