Der Kieler Hafen profitiert vom weiterhin positiven Wachstum im Warenverkehr von und nach Osteuropa. Dabei gelingt es Kiel, seine Spitzenposition in dieser Verkehrsrelation unter den deutschen Ostseefährhafen weiter auszubauen. Insgesamt schlug der Hafen in den ersten neun Monaten dieses Jahres rund vier Millionen Tonnen Ladung um. Mehr als ein Drittel entfällt dabei auf den Osteuropaverkehr. Dieser legte im aktuellen Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um rund 38 Prozent zu. Kiels Hafenchef Jörg Rüdel macht für diese aus seiner Sicht erfreuliche Entwicklung mehrere Gründe verantwortlich. Zum einen das dichte Angebot an Fährverbindungen in Ost-West-Richtung. Mit sieben Fährlinien behauptet sich Kiel an der Spitze. Als "Renner" erweisen sich weiterhin die Fracht-/Passagierfähren nach St. Petersburg und Klaipeda (Memel/Litauen). Die Abfahrtsfrequenz wurde kontinuierlich ausgebaut, die eingesetzten Schiffe immer größer. "Die zunehmende Paarigkeit aller Verkehre sorgt im übrigen für eine hohe Auslastung der Fähren", so Rüdel gegenüber der VR. Das "Warenpaket" setzt sich im Verkehr nach Osten vornehmlich aus Anlagenteilen, Maschinen und Nahrungsmitteln zusammen, während einkommend Forstprodukte, ergänzt um Textilien (Stichwort: Lohnveredelung), dominieren. Kiel trägt der positiven Entwicklung im Osteuropaverkehr durch die Erweiterung seiner Umschlagkapazitäten Rechnung. Der für diese Verkehre geschaffene Ostuferhafen wird derzeit ausgebaut. Hier wurden im aktuellen Berichtszeitraum rund 1,7 Millionen Tonnen bewegt. "Die Erweiterungsarbeiten kommen trotz einer Havarie im Frühsommer planmäßig voran", so Rüdel. Zwölf Hektar und weitere Liegeplätze entstehen für rund 70 Millionen Mark. Bis Jahresende könnten die Arbeiten abgeschlossen werden. Der anhaltende Boom im Osteuropaverkehr überkompensiert die konjunkturbedingt leichten Umschlagverluste im Skandinavienverkehr. (vr/eha)
Kiel: wachsender Hafenumschlag
Ein Drittel des Umsatzes entfällt auf den Osteuropaverkehr