Wien. Paukenschlag in der österreichischen Speditionsbranche. Das österreichische Kartellgericht hat über 30 Speditionsunternehmen, darunter einige große Akteure am Markt, Geldbußen in Höhe von 17,4 Millionen Euro verhängt. Besonders hart erwischt hat es die Rail Cargo Group (Gütersparte der ÖBB) mit 7,15 Millionen Euro sowie die ebenfalls zu den ÖBB gehörige Rail Cargo Logistics Austria mit 1,3 Millionen Euro.
Die Spedition Gebrüder Weiss in Vorarlberg muss fast fünf Millionen Euro Strafe zahlen. Auf der Liste der Verurteilten finden sich die Namen weiterer bekannter Spediteure. Straffrei bleibt im Rahmen der Kronzeugenregelung das Unternehmen DB Schenker, das über Schenker Österreich ebenfalls Teil des Speditionskartells war.
Der Hintergrund für die saftigen Strafen: Diese Spediteure hatten im Rahmen der sogenannten „Speditions-Sammelladungs-Konferenz“ ein Kartell gebildet, in dem sie bis zum Jahr 2007 Preise abgesprochen haben. Auf Betreiben der österreichischen Wettbewerbshörde kam es zu Ermittlungen und jetzt zur gerichtlichen Entscheidung. Die Richter waren der Meinung, dass der von den Spediteuren als „inländisches Bagatellkartell“ bezeichnete Kreis gegen EU-Wettbewerbsregeln verstoßen hat. Die Beschlüsse des Kartellgerichts sind noch nicht rechtskräftig. (mf)