Essen. Die angeschlagene KarstadtQuelle AG verhandelt derzeit mit dem Schweizer Logistikkonzern Kühne & Nagel und anderen Logistikdienstleistern (Fiege, DHL) über den Verkauf von Teilen der Logistik des Warenhauskonzerns, das bestätigte der Essener Handelsriese gegenüber
LOGISTIK inside. Zur Disposition stünden die Distributions- und Beschaffungslogistik.
„Ja, wir sind an Teilen der Logistik interessiert, insbesondere an der internationalen Beschaffungslogistik“, bestätigte auch Kühne & Nagel gegenüber
LOGISTIK inside. Derzeit fänden Gespräche statt. Zur Debatte stehe etwa ein Drittel des Logistikvolumens des Handelskonzerns. Mehr wolle man zu diesem Zeitpunkt nicht sagen.
Der KarstadtQuelle-Konzern lässt ein Großteil seiner Logistik von der Konzerntochter Optimus Logistik abwickeln. Täglich transportieren 300 Fuhrunternehmen Güter im Auftrag der Logistiktochter aus allen Teilen Europas nach Deutschland. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Dienstleistungsunternehmen mit 292 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 550 Millionen Euro. Optimus organisiert dabei vor allem die Beschaffung von Waren aus allen Teilen Europas. Allein im Bereich Liegeware kauft KarstadtQuelle jährlich rund 35.000 Tonnen (ohne Deutschland) in Europa ein – schwerpunktmäßig in Italien und der Türkei.
Die großen Logistikverteilzentren in Unna (Karstadt Warenhaus) und Leipzig (Quelle) werden nicht von der Optimus betrieben und stehen laut Insidern nicht im Mittelpunkt der Verkaufsgespräche. Hier könne es aber zu einer Veräußerung der Immobilien kommen, heißt es.
Die KarstadtQuelle-Logistiktocher Servicelogiq (75 Millionen Euro Umsatz, rund 1000 Mitarbeiter) steht laut KarstadtQuelle grundsätzlich ebenfalls zum Verkauf, „aber nicht um jeden Preis“, so ein Unternehmenssprecher. Insgesamt gehe es um die physischen Transporte, so KarstadtQuelle. Das Warenwirtschaftssysteme will der Handelskonzern hingegen auf jeden Fall selbst betreiben.