KarstadtQuelle: Teilverkauf der Logistik noch in diesem Jahr

26.11.2004 14:15 Uhr

Die Deutsche Post und ein Immobilienunternehmen übernehmen das Karstadt-Lager in Unna. Kühne & Nagel ist aus den Verhandlungen ausgeschieden. Fiege weiter im Rennen.

Bonn/Unna. Beim Verkauf der Logistik von Karstadt-Quelle steht ein erster Abschluss unmittelbar bevor. Das berichtet die Welt. Demnach will der Warenhauskonzern noch in diesem Jahre den Betrieb des größten und wichtigsten Lagers in Unna die Deutsche Post abgeben. Als Käufer des Lagers wird laut Welt eine Immobiliengesellschaft auftreten. Mieter und Betreiber des Zentrallagers soll die Post werden. Von dem Zentrallager in Unna aus versorgt Karstadt mit Zwischenstationen in anderen Städten alle Warenhäuser in Deutschland. Auch kommen sämtliche Importe in dieses Lager hinein. An dem Standort arbeiten 2000 Beschäftigte. Wie viele von ihnen übernommen werden, ist offen. Die Post wird den Informationen zufolge einen mehrjährigen Vertrag mit der Immobiliengesellschaft abschließen. Eine Kaufsumme ist noch unbekannt. Nach Branchenschätzungen soll sie zwischen 100 und 200 Millionen Euro liegen. Ebenfalls an die Deutsche Post werde wohl auch das Quelle-Verteilzentrum in Leipzig gehen, heißt es auch informierten Kreisen. Die Versandhäuser Quelle und Neckermann sind mit insgesamt 120 Millionen Paketen im Jahr die mit Abstand wichtigsten Kunden der Post. Post-Chef Zumwinkel werde den Verlust dieses Paket-Auftrags verhindern, heißt es. Er, der früher Vorstandschef von Quelle war, sitze schließlich im Aufsichtsrat des Versandhauses. Die Verhandlungen mit dem Schweizer Logistikkonzern Kühne & Nagel sind hingegen beendet worden, das bestätigten beide Unternehmen. Laut Medienberichten sei Kühne & Nagel nur an Teilen der Logistiksparte interessiert gewesen sei, habe KarstadtQuelle klar definierte Gesamtpakete veräußern wollen. Weiter im Rennen um Teile der Karstadt-Logistik soll der Logistikdienstleister Fiege sein. Die Grevener Unternehmen betreibt bereits seit gut zehn Jahren das Warenlager von Karstadt in Ibbenbüren. Streitpunkt bei den Verhandlungen soll die Höhe einer Barzahlung an KarstadtQuelle direkt nach einem Abschluss sein. Auch soll die Arbeitnehmerseite von KarstadtQuelle im Aufsichtsrat darauf drängen, dass eine große Zahl der Mitarbeiter aus der Logistik von dem Käufer übernommen wird. Dies ist zwischen den Verhandlungspartnern ebenfalls strittig.

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