Berlin. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hält einen Börsengang der Deutschen Bahn im Jahr 2006 nach wie vor für möglich. Der Kanzler sehe einen Börsengang in zwei Jahren "als durchaus sinnvoll" und machbar an, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt seien, erklärte Regierungssprecher Béla Anda am Mittwoch. In der Kabinettssitzung habe Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) in einem Zwischenbericht dargestellt, welche Hürden bis zu einem Börsengang noch zu nehmen seien. Nähere Angaben dazu wurden nicht gemacht. Die bundeseigene Bahn AG will bis Ende 2005 kapitalmarktfähig und von 2006 an für einen Börsengang bereit sein. Eine Studie der Investmentbank Morgan Stanley im Auftrag der Bundesregierung kam kürzlich zu dem Schluss, dass die Bahn für einen Börsengang schon in zwei Jahren ihren Sanierungskurs erheblich forcieren muss (wir berichteten). Die für 2004 und 2005 angestrebten deutlichen Gewinne müssten wie geplant eingefahren werden. Nötig sei zudem Gewissheit über genügend Bundesmittel zum Erhalt des Schienennetzes für mindestens zehn Jahre. Ein entscheidender Punkt für Investoren sei Verlässlichkeit über eine ausreichende Finanzierung des Netzes durch den Staat. (dpa)
Kanzler hält Bahn-Börsengang 2006 für möglich
Staatskonzern muss seinen Sanierungskurs aber erheblich forcieren