Das Milliardenvorhaben einer neuen Bahnverbindung mit Tunnel zwischen Lyon und der norditalienischen Industriemetropole Turin sieht der französische Transportminister Jean-Claude Gayssot durch die italienische Seite momentan gefährdet. Bei der Feier zum vierten Jahrestag der Gründung des Bahninfrastrukturbetreibers Réseau Ferré de France (RFF) in Lyon zeigte er sich sehr darüber besorgt, dass Italien die für den Beginn der Arbeiten nötige Bildung einer bilateralen Baukommission auf unbestimmte Zeit verschoben hat. Dabei hätten beide Seiten sich erst in Courmayeur, dann in Modane auf die Notwendigkeit eines parallelen Vorgehens geeinigt: Wiederöffnung des Montblanc-Tunnels im September plus Ausbau der alpenquerenden Bahnlinien. Nach einem Bericht der Pariser Zeitung Les Echos erklärte Gayssot: "Die französische Regierung wird ihre Haltung nicht ändern. Die Wiederinbetriebnahme des Montblanc-Tunnels ist nicht denkbar ohne klare und unumstößliche Perspektiven in Sachen Priorität für die Schiene." Die Verschiebung sei "ohne Zweifel" im Kontext der italienischen Parlamentswahlen zu sehen. (vr/jb)
Jean-Claude Gayssot sorgt sich um Bahnprojekt Lyon-Turin
Frankreichs Transportminister will mehr Schiene parallel zum Montblanc-Tunnel