Rom. Heute um 00:00 Uhr hat der Streik der italienischen Transportunternehmen begonnen. Seit den frühen Morgenstunden herrscht Chaos auf Italiens Straßen. LKW blockieren die Hauptverkehrsadern. Bis zu 20 Kilometer Stau gab es vor den Toren Roms, das gleiche Bild auf der Tangente Mailands. LKW legen systematisch neuralgische Verkehrsknotenpunkte lahm und verschwinden nach ein paar Stunden Chaos wieder. Mehrere Autobahnausfahrten mussten zeitweilig geschlossen werden. Die Grenzübergänge Ventimiglia und Frejus nach Frankreich melden Staus in beiden Richtungen. Die Brennerautobahn A 22 ist bisher nur in Höhe von Trento betroffen. Das Übersetzen von LKW nach Sizilien und Sardinien wird durch Streikposten verhindert. Die Inselbewohner werden die Folgen des fünftägigen Streiks als erste spüren. Schon ab Dienstag werden die ersten Lücken in den Supermärkten entstehen. Und ab Mittwoch, so prophezeien die Organisatoren des Streiks, könnte das Benzin knapp werden. 130.000 Unternehmen haben sich dem Streik angeschlossen. Transportminister Alessandro Bianchi hat nun die Streikenden für Dienstagnachmittag zu einem ersten Gespräch geladen. CNA-Fita, der Verband der Transportunternehmen, hatte einen Ausstand von fünf Tagen angekündigt. Garantiert werden nur Transporte von Medikamenten, lebenden Tieren und leichtverderblichen Lebensmitteln. CNA-Fita fordert von der Regierung vor allem stärkere finanzielle Unterstützung. „Es ist für uns unmöglich, den Wettbewerb gegen die Konkurrenz aus dem Osten zu bestehen, die bis zu 40 Prozent weniger Kosten hat“, erklärte Maurizio Longo von CNA-Fita. Der Verband will gleiche Regeln für alle Transportunternehmen in Europa und einen Sonderpreis für Diesel für alle, die ihn beruflich nutzen. (rp)
Italien: Streik der Transportunternehmen
In Italien herrscht seit heute Morgen das Chaos. Die Politik macht den ersten Schritt in Richtung Schlichtung