Brüssel. Der 5. August 2004 als Termin für die Einführung des digitalen Tachographen ist nicht zu halten. Davon ist die Internationale Straßentransport-Union (IRU) überzeugt. In einer Pressemitteilung verweist sie darauf, dass bisher kein Tachographenhersteller eine Bauartgenehmigung erhalten hat. Das aber hätte bis 5. August dieses Jahres passieren müssen. Die meisten EU-Länder, die Tachoproduzenten und die Kfz-Industrie hielten deshalb einen Einbau des elektronischen Fahrtenschreibers in neue Lastwagen und Busse nicht vor August 2005 für möglich, informiert die IRU. Ihrer Ansicht nach sollte das neue EU-Gerät zur Kontrolle der Lenk- und Ruhezeiten der Berufskraftfahrer erst starten, wenn es voll funktionstüchtig ist. Der Weltverband der Straßentransporteure warnt die EU-Kommission, den in der Tachographen-Verordnung 2135/98 festgelegten Einführungstermin um jeden Preis halten zu wollen. Der Brüsseler IRU-Experte Wim Smolders fürchtet eine Wiederholung des deutschen Maut-Desasters auf europäischer Ebene. Er mahnt: "Haben wir nicht die Maut-Misserfolge in Deutschland miterlebt, weil ein Lkw-Wegekostensystem eingeführt werden sollte, noch bevor es korrekt funktionierte?" Die IRU will dem morgen in Brüssel tagenden EU-Verkehrsministerrat mitteilen, dass sie gegen einen verfrühten Start der Black Box ist. Der Verband betont aber, dass er die neue Technologie prinzipiell befürworte, weil sie eine konsequente und harmonisierte Kontrolle der EU-Sozialvorschriften gestatte. (vr/dw)
IRU warnt vor verfrühter Einführung des Digital-Tachos
EU-Kommission soll festgelegten Zeitplan nicht "um jeden Preis" einhalten